Sie bauen sich in der Umwelt nicht ab, sie reichern sich in Mensch und Tier an, und sie richten dabei Schaden an. Die Rede ist von PFAS, eine Gruppe von chemischen Substanzen, die in vielen Outdoor-Produkten enthalten sind. Die Velowelt wird aber zusehends PFAS-frei – auch Veloplus leistet einen Beitrag dazu.
Regenbekleidung, Kettenöle, Funktionsstoffe – bei vielen Produkten im Outdoor-Bereich ist es wichtig, dass sie wasserabweisend, schmutzresistentund pflegeleicht sind. Was aber kaum bekannt ist: Hinter diesen Eigenschaften stecken oft sogenannte PFAS, Chemikalien, die heute zunehmend in der Kritik stehen.
Was sind PFAS?
Das Akronym PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, eine grosse Gruppe industriell hergestellter Chemikalien. Sie zeichnen sich durch stabile Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen aus, die sie sehr langlebig und widerstandsfähig gegenüber Hitze, Wasser, Fett und chemischem Abbau machen. Da sie sich in der Umwelt nicht oder kaum abbauen, haben sie den Beinamen «Ewigkeitschemikalien» erhalten. Aufgrund ihrer wasserabweisenden, hitze- und fettbeständigen Eigenschaften werden sie in unzähligen Produkten wie Pfannen, Lebensmittelverpackung, Kosmetika und vielen mehr eingesetzt.
PFAS in der Veloindustrie
Auch in der Veloindustrie kommen PFAS zum Einsatz. Seit den 1980er und 1990er-Jahren haben sie sich in vielen Produkten etabliert, überall dort, wo besondere Gleit-, Schutz- oder Abweiseeigenschaften gefragt sind. Das gilt für wasser- und schmutzabweisende Beschichtungen von Funktionsbekleidung oder Ausrüstungsgegenstände wie Taschen oder Rucksäcke, Schmiermittel für Ketten und Lager, Dichtungen für Federgabeln oder Dämpfer und für bestimmte Wachse, Lacke oder Hydraulikflüssigkeiten. All diese Anwendungen nutzen die aussergewöhnlichen Eigenschaften von PFAS. Doch insbesondere die Langlebigkeit und Beständigkeit sorgen dafür, dass PFAS zunehmend zum Problem für Umwelt, Natur und Mensch werden.
Die Gefahren für Umwelt und Mensch
Weil sie sich aufgrund ihrer extremen Beständigkeit in der Umwelt nicht abbauen und sich zusehends anreichern, gelten PFAS als sehr bedenklich. Gelangen sie einmal in Böden, Gewässer oder Grundwasser, bleiben sie dort über Jahrzehnte erhalten und verbreiten sich über die Nahrungskette. In vielen Wasserorganismen und Tieren reichern sich diese Chemikalien über die Zeit an und stören das ökologische Gleichgewicht, beispielsweise durch Beeinträchtigung der Fortpflanzung und des Immunsystems.
Auch für den Menschen stellen PFAS ein Risiko dar. Sie werden über Trinkwasser, Lebensmittel, Luft oder beim Kontakt mit Alltagsprodukten aufgenommen und reichern sich im Körper an. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind nur für wenige Prozent aller PFAS untersucht, aber das Ergebnis ist immer das Gleiche: sie alle sind giftig. Dass sie Krebs auslösen können, gilt mittlerweile als erwiesen. Andere Folgen sind Übergewicht, ein geschwächtes Immunsystem und Beeinträchtigungen bei der Fortpflanzung.
Das komplette Entfernen von PFAS aus der Umwelt ist nicht möglich. Lokal kann man sie mit Aktivkohle absorbieren. Das ist aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein. Der Grossteil bleibt in der Umwelt im Umlauf. Forscher:innen sind sich einig, dass man die PFAS-Emmissionen, insbesondere Abwässer aus Industrie und dem Konsumgüterbereich, so schnell wie möglich stoppen muss.
Was tut sich auf politischer Ebene
Das Problem mit PFAS ist längst bekannt und untersucht. Auf Ebene der Europäischen Union EU gilt seit 2024 eine Verordnung, die PFAS künftig nicht mehr erlauben wird. Je nach Produkt und Einsatzgebiet gelten dabei verschiedene Übergangsfristen. Für die Veloindustrie ist der 10. Oktober 2026 ein wichtiges Datum. Ab diesem Tag werden PFAS in vielen Produkten für den alltäglichen Gebrauch nicht mehr erlaubt sein. Davon betroffen sind unter anderem Textilien, die in Velo- und Funktionsbekleidung verwendet werden. Ein Verbot bestimmter PFAS in leicht ersetzbaren Produkten ist auch in der Schweiz 2026 geplant. Man wird sich dabei an den Standards der EU richten.
Gibt es Alternativen?
Ja, die gibt es – und sind bei Veloplus erhältlich. Die Industrie kommt ihrer Verantwortung nach und entwickelt neuartige und umweltverträgliche Alternativen zu PFAS.
VAUDE hat den vollständigen Ausstieg aus PFAS bereits bekannt gegeben. Seit der Sommerkollektion 2025 setzt das gesamte Sortiment auf neue und umweltfreundliche Substanzen. Das gilt für Regenschutzbekleidung, Rucksäcke, Schlafsäcke, Schuhe oder Zelte. VAUDE betreibt ein aktives Chemikalienmanagement als zentrales Element der unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsstrategie. Auch viele GORE-TEX-Produkte kommen schon ohne PFAS aus. Die Membran besteht aus ePE, einem expandierenden Polyethylen. Dieses Material ermöglicht laut GORE-TEX leistungsstarke und haltbare Produkte, die auf eine lange Lebensdauer ausgelegt sind. Sympatex ist eine auf Polyester basierende Membran, die komplett ohne PFAS auskommt. Sie zeichnet sich durch eine hohe Wasserdichtigkeit bei gleichzeitiger Atmungsaktivität aus. Sie wird komplett klimaneutral hergestellt und gilt als pflegeleicht und dauerhaft. Sympatex kommt in Schuhen und Bekleidung zum Einsatz.
Die Entwicklung von Eigenprodukten bei Veloplus
Auch bei Veloplus sind die Verwendung und der Verkauf von PFAS-belasteten Produkten ein wichtiges Thema. Das spielt auch bei der Entwicklung von Eigenprodukten eine grosse Rolle. Ein Beispiel ist das Petrus-Kettenwachs von Veloplus Swiss Design, das schon lange komplett auf PFAS verzichtet und ausschliesslich aus biologisch einfach und schnell abbaubaren Grundstoffen besteht. Das gilt auch für weitere Produkte wie den Petrus-Blitz-Veloreiniger, das Petrus-Hydrauliköl für Scheibenbremsen oder das Petrus-Kettenöl, das biologisch leicht abbaubar ist.

Auch bei der Weiterentwicklung der Monsun-Regenbekleidung geht Veloplus neue Wege und verzichtet komplett auf PFAS. Sie nutzt ab 2026 mit der WPM-Colibri eine neue und umweltverträgliche Membran. Sie ist hoch atmungsaktiv und äusserst wasserdicht (siehe Testbericht auf S. 36).
Ein weiteres Beispiel sind die Helmut-Helmunterziehmütze und das Helmi-Stirnband, beide von Veloplus Swiss Design. Sie setzen seit 2025 auf ein elastisches Material, das frei von PFAS ist.

Statement von Veloplus zu PFAS
Bei Veloplus ist Nachhaltigkeit nicht nur ein Stichwort, sie ist fix in den Unternehmenswerten verankert und wird täglich gelebt. Das Öko-Leitbild hält fest, dass die Unternehmensziele Rücksicht auf ökologische Bedürfnisse nehmen. Bei der Auswahl der Produkte prüft Veloplus stets die ökologische Verträglichkeit. Veloplus sieht es daher als seine Aufgabe, das Sortiment nach PFAS-belasteten Produkten zu durchforsten und sie in jedem Fall durch eine PFAS-freie Alternative zu ersetzen. Das ist in vielen Fällen bereits geschehen. Dieser Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen. Bei einigen Produkten steckt PFAS im Detail und ist daher nicht immer einfach zu identifizieren. Zusammen mit der Veloindustrie und den Herstellern zieht Veloplus aber am gleichen Strang und mit dem Ziel, die Sortimente zu bereinigen. Unternehmen wie VAUDE, PATAGONIA und viele andere bekennen sich wie Veloplus zu ökologisch verantwortungsvollen Produkten und investieren in die Entwicklung neuer Technologien, Materialien und Beschichtungen, die ohne PFAS auskommen und gleichzeitig die hohen funktionalen Anforderungen von Velofahrer:innen erfüllen.
Der Verzicht auf PFAS ist ein schrittweiser Prozess, der die gesamte Lieferkette betrifft, von der Entwicklung bis zur Produktion des fertigen Produkts. Veloplus begleitet diesen Wandel und passt das Sortiment kontinuierlich an. Gleichzeitig treibt Veloplus die Entwicklung der Eigenprodukte bereits komplett ohne den Einsatz von PFAS voran. Ziel ist es, Velofahrer:innen mit qualitativ hochwertigen und ökologisch verantwortungsvollen Produkten zu versorgen.
Auswahl von Produkten von Veloplus Swiss Design, die komplett PFAS-frei sind:
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