Aufblühende Schweizer Bikepacking-Szene

Von Null auf originell, vielseitig und liebevoll – so lässt sich die Entwicklung der Schweizer Bikepacking-Szene in den letzten Jahren kurz umschreiben. Doch was bedeuten Begriffe wie Bikepacking und unsupported genau, was macht ein Dotwatcher und welche Bikepacking-Events gibt es mittlerweile in der Schweiz?

*Partnerschaft mit FIT for LIFE

Text: Andreas Gonseth (Fit for Life) / Bilder: The Cake Movement, such.bike

Bikepacking = Ultra? Jein, bzw. die Sache ist komplizierter. Die beiden Sachen spielen aber definitiv ineinander hinein. Bikepacking bedeutet, dass man das Gepäck selber mitführt. Gepäck muss man aber ja nur dann mitführen, wenn die Strecken länger sind als grad ein paar Stunden oder wenn man auf Touren von A nach B reist. Wenn man von Bikepacking-Szene spricht, muss man daher unterscheiden zwischen Bikepacking als individuellem Abenteuer und Bikepacking als Eventform.

Bikepacking allein oder in einer Gruppe ist im Grunde genommen das Tourenfahren von früher, bei dem man eine selbstbestimmte Route mit seinem Velo aus eigener Kraft bewältigt und das dafür nötige Gepäck selbst transportiert. Da die Industrie dieses Thema ab Corona unter dem Begriff Bikepacking zünftig pushte und heute für jedes Bedürfnis die passende Ausrüstung anbietet, hat sich der englische Begriff mittlerweile grossflächig durchgesetzt.

Noch vor fünf Jahren gab es dazu in der Schweiz praktisch keine Events. Eine Ausnahme bildete die «SUCH» (Swiss Ultra Cycling Challenge), die auch bei Dominik Bokstaller zum Aha-Effekt führte. Heute ist der 42-Jährige der umtriebigste Schweizer Organisator von Bikepacking-Events und begeistert mit seinen liebevollen und unkonventionellen Streckenkonzepten. 2020 tauchte Bokstaller mit dem SUCH erstmals in die Ultracycling-Welt ein – und war fortan begeistert davon. Beim ersten SUCH 2020 gab es eine ebenso kreative wie originelle Vorgabe zu erfüllen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten in jedem der 26 Schweizer Kantone von einem offiziellen Briefkasten der Schweizer Post eine Postkarte an den Veranstalter schicken. Startort ab einem Schweizer Bahnhof und Routenwahl waren frei wählbar – das Ziel der Bundesplatz in Bern. Hilfe und Begleitung von aussen war keine erlaubt, jeder für sich, seine Ausrüstung und deren Transport selbst verantwortlich  – was mittlerweile in der Bikepacking Eventszene mit dem Begriff «unsupported» beschrieben ist.

Dominik Bokstaller

Faszinierende Premiere

Dominik Bokstallers Routenwahl beim SUCH ergab schlussendlich 918 km und 7800 Höhenmeter. Die Monster-Tour de Suisse bewältigte er in weniger als 39 Stunden, was hinter damaligen Szene-Grössen wie der Deutschen Fiona Kolbinger und dem Schweizer Adrien Liechti auf Anhieb Platz 3 bedeutete.

Seine Erlebnisse und die Begeisterung, die Dominik Bokstaller während seinem ersten SUCH-Abenteuer in seinem Umfeld entfachte, faszinierten ihn: «Alle Teilnehmer hatten einen GPS-Tracker dabei, damit Aussenstehende das Rennen online verfolgen konnten. Das hat in meinem Bekanntenkreis ein unerwartet hohes Interesse geweckt. Egal ob angefressene Velofans oder Sportmuffel; ich habe Nachrichten und Fragen von unglaublich vielen Leuten erhalten. Ganze Familien sassen gebannt vor dem Bildschirm, folgten als «Dotwatcher» den Punkten unserer GPS-Tracker auf der Karte und es wurde über die beste Route, Rennstrategie, Verpflegung und Material gefachsimpelt und mitgelitten, wenn sich der Tracker plötzlich nicht mehr bewegte. Diese Begeisterung hat mich während dem Rennen wahnsinnig motiviert.»

Schweizer Event-Perlen

Schon bald wälzte Dominik Bokstaller Ideen, wie er diese Faszination mit einem eigenen, etwas kürzeren Event in der Schweiz auch anderen Leuten zugänglich machen könnte. Er wollte das Bikepacking-Abenteuer in einen für mehr Leute nachvollziehbaren Umfang packen. Mittlerweile hat er sein Hobby zum Beruf gemacht, organisiert mit «Dead Ends & Dolci» im Tessin, «Dead Ends & Cake» um St. Gallen sowie «Züri Escape» drei kleine, feine und im Nu ausverkaufte Bikepacking-Events und stellt seine Dienste auch Tourismus-Organisationen zur Verfügung.

In der aktuellen Ausgabe vom Schweizer Ausdauersport-Magazin FIT for LIFE beantwortet Dominik Bokstaller Fragen zur Entwicklung der Schweizer Bikepacking-Szene und erklärt den Unterschied zwischen einem Gravel- und einem Bikepacking-Event, ob er die freie Routenwahl oder vorgegebene Strecken bevorzugt – und wieso Kuchen besser wirkt als Energie-Gels. Dazu stellen wir 14 faszinierende, originelle und abenteuerliche Schweizer Bikepacking-Events vor.

Den kompletten Artikel (12 Seiten) kannst du gegen eine kleine Gebühr im Magazin FIT for LIFE online lesen.


Follow us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Die Kommentare werden zuerst von uns gesichtet und freigeschaltet. Dein Kommentar erscheint deshalb mit Verzögerung.