114 Kilometer, 2060 Höhenmeter und rund sechs Stunden Fahrzeit – diese Rennvelotour ab Rüti ist nichts für halbe Sachen. Dafür belohnt sie mit einsamen Strassen, spektakulären Ausblicken und einem Anstieg, der lange in Erinnerung bleibt. Christoph Girschweiler, Leiter Logistik bei Veloplus, verrät seine persönliche Lieblingstour – eine Route, die jedes Rennveloherz höherschlagen lässt.
Es gibt Touren, die fährt man einmal. Und es gibt Touren, zu denen man immer wieder zurückkehrt. Für Christoph Girschweiler, Leiter Logistik bei Veloplus, gehört die Runde von Rüti über die Vorder Höchi genau in diese zweite Kategorie. Sie verbindet alles, was eine grossartige Rennvelotour ausmacht: ruhige Strassen, eindrückliche Landschaften, sportliche Herausforderungen und ein unbeschreibliches Gefühl, wenn nach dem härtesten Anstieg die lange Abfahrt beginnt.

Ein Geheimtipp für Rennvelofans
Wer von Rüti Richtung Toggenburg startet, lässt den Alltag schon nach wenigen Kilometern hinter sich. Der Verkehr wird spärlicher, die Landschaft immer ursprünglicher. Das eigentliche Highlight wartet jedoch in Starkenbach: die Auffahrt zur Vorder Höchi.

«Die Vorder Höchi fühlt sich an wie Mountainbiken mit dem Rennvelo – einfach auf einer spektakulären Militärstrasse.»
Christoph Girschweiler, Leiter Logistik bei Velolus
Auf einer schmalen Militärstrasse windet sich die Strecke steil den Hang hinauf. Bis zu 15 Prozent Steigung verlangen Kraft, Ausdauer und die passende Übersetzung. Die raue Betonfahrbahn mit ihren vereinzelten Unebenheiten verstärkt das Abenteuergefühl zusätzlich. Oben, auf 1536 Metern über Meer, scheint die Zeit stillzustehen. Oft begegnet man mehr Kühen als Menschen – und genau das macht diesen Ort so besonders.
Belohnung mit Aussicht und langen Abfahrten
Wer den Anstieg gemeistert hat, wird reich belohnt. Die Aussicht über die Bergwelt entschädigt für jede schweisstreibende Rampe. Anschliessend folgt eine traumhafte Abfahrt Richtung Walensee, bevor die Route durch die weite Linthebene zurück nach Rüti führt.
Wer die Tour etwas gemütlicher angeht, plant unterwegs einen Halt in Amden ein und stärkt sich bei einer Einkehr. Christoph und das Rennvelogrüppli von Veloplus Rüti halten ihre Tradition etwas einfacher: Bei ihrer alljährlichen Feierabendrunde rund um die Sommersonnenwende gibt es jeweils eine wohlverdiente Cola am Bahnhofskiosk in Ziegelbrücke, bevor die letzten Kilometer in Angriff genommen werden.
Warum diese Tour immer wieder begeistert
Für Christoph ist die Antwort klar: Es ist die Kombination aus Ruhe, Natur und sportlicher Herausforderung.
Jedes Mal wartet derselbe intensive Anstieg zur Vorder Höchi. Jedes Mal fühlt sich das Erreichen des höchsten Punkts wie ein kleiner persönlicher Sieg an. Und jedes Mal folgt dieses unvergleichliche Gefühl, wenn das Rennvelo in Richtung Walensee rollt und der Fahrtwind den Schweiss trocknet.
Hat die Gruppe am Ende noch genügend Reserven, werden die letzten Kilometer durch die Linthebene gerne etwas schneller gefahren – gemeinsam dem Sonnenuntergang entgegen.

Das passende Rennvelo
Die Tour lässt sich hervorragend mit einem Rennvelo fahren. Wegen der steilen Passagen empfiehlt Christoph allerdings eine bergtaugliche Übersetzung. Er selbst ist mit seinem Trek Madone SL 7 unterwegs und schätzt besonders den kleinsten Gang mit 34 × 34 Zähnen, der auch die Rampen zur Vorder Höchi gut fahrbar macht.
Der Belag auf der Militärstrasse ist rau und weist einige kleinere Löcher auf, bleibt aber mit einem Rennvelo problemlos befahrbar. Wer sich die Kräfte gut einteilt, wird mit einer der schönsten Rennvelorunden der Region belohnt.
Die Tour auf einen Blick
- Start/Ziel: Rüti ZH
- Distanz: 114 km
- Höhenmeter: 2060 m
- Fahrzeit: ca. 6 Stunden
- Geeignet für: Sportliche Rennvelofahrerinnen und Rennvelofahrer mit guter Kondition
- Highlight: Die spektakuläre Auffahrt über die Vorder Höchi und die lange Abfahrt zum Walensee
- Wichtig: In diesem Artikel wird diese Tour als Feierabendtour bezeichnet. Das ist aber nur realistisch, wenn die Abende lang sind und man über eine sehr gute Kondition verfügt. Wir empfehlen daher, sie als Tagestour zu fahren.
