Am Cycle Week-Samstag diskutierte ein hochkarätiges Trio unter Leitung von Ride-Herausgeber Thomas Giger über das neue Laufradmass 32 Zoll – und wog bei dieser Gelegenheit auch Chancen gegen Risiken ab.
Beitrag vom Velojournal vom 12.06.2026 (Laurens van Rooijen, Autor)
32-Zoll-Laufräder scheinen im Kommen zu sein. Zuerst tauchten Reifen von Maxxis in dem Mass auf, dann erste, vor Hand gefertigte Mustervelos von kleinen Custom-Schmieden. Und seit dem «Cape Epic»-Etappenrennen für Mountainbiker und dem Gravel-Ultramarathon «Unbound» im US-Bundesstaat Kansas kann das Laufrad-Mass 32 Zoll auch Erfolge mit Schweizer Note im Rennsport vorweisen. Das ist weiter keine Überraschung.
Denn die Suche nach weiteren Vorteilen im Rennzirkus war eine der entscheidenden Triebfedern hinter der Entwicklung dieses neuen Laufradmasses. Zu diesem Thema wurde am Cycle Week-Samstag zu einer Podiumsdiskussion geladen.

Vorteile vs. Nachteile
Unter der Leitung von Ride-Herausgeber Thomas Giger fanden sich Christian Bättig, «Industrieveteran» und Gründer von Chris Sports, Thomas Stoll von Stoll Bikes sowie Valentin Wendel, Ingenieur beim Impec-Entwicklungslabor von BMC, auf der Bühne ein. Zunächst kamen die offensichtlichen Vorzügen der grossen Räder zur Sprache, wie dem einfacheren Überrollen von Hindernissen, dem Plus an Traktion und Laufruhe und der Extraportion Geschwindigkeit.
Aber auch auf die potentiellen Nachteile ging das Trio auf dem Podium ein. Diese liegen vor allem beim Gewicht: Grössere Räder wiegen mehr, und dieses Mehrgewicht macht sich in Form von Trägheit vor allem beim Beschleunigen und bei der Agilität bemerkbar. Mit entsprechendem Budget lasse sich dieser Nachteil minimieren, machte Thomas Stoll geltend. Eine andere Herausforderung besteht darin, auch kleinere Athleten und Athletinnen auf die 32-Zoll-Laufräder zu bringen.

Nichts für kleine Menschen
Ob die Mindestgrösse der 32-Zoll-Velos nun eher bei 1.80 m oder bei 1.70 m liegt: Einig war sich das Podium, dass die grösseren Laufräder eine Grenze nach unten kennen dürften – und dass nur grössere, entsprechend kraftvolle Menschen das Maximum aus den grösseren Laufrädern herausholen können. Daher dürfte 32 Zoll auch anders als die Twentyniner nicht zu einer neuen Normalgrösse werden, sondern auf gewisse Einsatzbereiche und Rahmengrössen beschränkt bleiben.