Aus dem Veloplus-Handbuch wird die Eigenproduktbroschüre «Antrieb»

Für Schweizer Velofans hat im Mai 2026 ein neues Kapitel begonnen. Zum ersten Mal seit 39 Jahren erscheint das legendäre Handbuch von Veloplus nicht mehr. An seine Stelle tritt die Eigenprodukt-Broschüre «Antrieb». Sie nimmt die Leserinnen und Leser mit hinter die Kulissen der Produktentwicklung bei Veloplus.

Sie liegt in den Veloplus-Läden kostenlos zur Mitnahme auf und hat den Weg zu über 100’000 Kundinnen und Kunden gewonnen. Die erste Ausgabe des «Antrieb» ist Anfang Mai mit einer Auflage von rund 140’000 Exemplaren erschienen. Sie nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise hinter die Kulissen der Produktentwicklung bei Veloplus. «Antrieb» löst das Velohandbuch von Veloplus ab, das seit knapp 40 jedes Jahr erschien. «Das Handbuch war ein treuer Begleiter», sagt Dominique Metz, Geschäftsführer bei Veloplus, «wir wollten aber etwas Neues schaffen, das unsere Passion fürs Velofahren und unsere Geschichte erlebbarer macht».

Tüfteln und Testen

Veloplus ist der Kundschaft in erster Linie aufgrund seiner 11 Läden und des umfangreichen und sorgfältig ausgewählten Sortiments bekannt. Dazu kommen mit dem Veloclinic-Velowerkstatt und den Ergonomie-Angebot weitere wichtige Dienstleistungen.

Fredy Ruhstaller testet verschiedene Schmiermittel für Ketten während bis zu 48 Stunden am Stück.

Viele wissen aber nicht, was hinter den Kulissen von Veloplus alles geschieht. Willkommen in der Welt der Produktentwicklungen bei Veloplus. Das Team aus passionierten Velofahrerinnen und Velofahrern setzt sich mit Herzblut dafür ein, die bestmöglichen Produkte zu entwickeln. So entstehen Produkte mit dem Anspruch, den Veloalltag der Velofahrenden besser, einfacher und sicherer zu machen.

Die Kundschaft mit im Boot

Die Entwicklung des Transportanhängers Fourmi zeigt exemplarisch, wie bei Veloplus neue Produkte entstehen. Es beginnt mit einem Kundenanlass. Dazu brachten Kundinnen und Kunden ihre eigenen Anhänger mit und teilten ihre Erfahrungen, Wünsche und Verbesserungsideen für den perfekten Allround-Transportanhänger. Das Produktmanagement sammelte die Inputs und liess sie direkt in die Entwicklung des neuen Veloanhängers einfliessen.

Bei einem Kundenanlass entstehen die Ideen für den Fourmi-Veloanhänger.

Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung der Velo-Regenbekleidung Monsun. Auch hier im Zentrum: Die Kundschaft. In einem Workshop sammelten sie zusammen mit den Produktverantwortlichen von Veloplus viele Ideen, was gute Alltags-Velokleidung ausmacht und wie der Pendleralltag komfortabler und sicherer wird. Ein wichtiger Bestandteil: Regenbekleidung, die absolut wasserdicht ist. Veloplus nimmt es mit der Wasserdichtigkeit so ernst, dass sie die Regenbekleidung in der Praxis und am eigenen Leib testet. So ein Härtetest findet im eigens entwickelten Monsunlabor im Laden Emmenbrücke statt. Viele Wasserdüsen und ein Ventilator simulieren eine Velofahrt bei Starkregen und Gegenwind. Erst wenn die Regenbekleidung diesen Belastungen standhält, ist sie gut genug für die Kundschaft.

Monsun-Regenbekleidung im Härtetest: Produktmanagerin Barbara Pfister im Monsun-Regenlabor im Veloplus-Laden Emmenbrücke.

«Antrieb» nimmt die Leserschaft mit und erzählt unzählige Geschichten aus dem Innersten von Veloplus. Man erfährt die Story hinter den FLiZZi- und Cumpan-Velos, der Veloschuhe, Lenker, Griffe, Sättel, Windjacken, Transporttaschen oder Velopflege-Produkten. Immer dabei ist die Kundschaft. «Antrieb» zeigt eindrücklich, wie aus Kundenideen und unzähligen Feedbacks und Produkttests am Ende marktreife Produkte entstehen. Die Leserinnen und Leser gewinnen zudem Einblicke in die Testlabors von Veloplus wie das Monsun-Labor in Emmenbrücke, den Aeolus-Windkanal in St. Gallen oder die Kältekammer in Ostermundigen. «Wir wollen nicht nur Meinungen verkaufen, sondern echte Fakten», so Metz, «darum testen wir so lange, bis jedes Detail wirklich passt und sitzt.»

Veloplus-Geschäftsführer Dominique Metz freut sich, mit „Antrieb“ Einblicke hinter die Kulissen von Veloplus gewähren zu können.

Zeit für etwas Neues

Nun gibt es das Handbuch nicht mehr. 39 Jahre lang war es fester Bestandteil in den Haushalten Schweizer Velofans − Katalog, Ratgeber und Informationsquelle in einem. Bis heute war es eine Erinnerung an die Anfänge von Veloplus. Die Gründer Theo Weilenmann und Martin Wunderli starteten das Geschäft als Versandhandel und ganz ohne Läden. Im Mittelpunkt stand schon damals das Handbuch. Es verschaffte den Velofahrenden Zugang zu Produkten, die sie sonst in der Schweiz nicht erhalten hätten. Traurig, dass es das Handbuch jetzt nicht mehr gibt, ist Martin Wunderli aber keineswegs. Es sei nun definitiv der Zeitpunkt für etwas Neues und Frisches. Veloplus sei mit seinen 11 Läden, dem Online-Shop veloplus.ch, mit seinem Sortiment und den Dienstleistungen rund ums Velofahren bestens aufgestellt.

Veloplus Co-Gründer Martin Wunderli mit dem Velo-Handbuch.

Genauso sieht es Metz. Das Handbuch sei ein treuer Begleiter gewesen. «Wir wollten ein neues Format schaffen und damit unsere Leidenschaft, unsere Geschichte und unsere Vision fürs Velofahren erleb- und spürbar machen». «Antrieb» zeige nicht nur die Produkte, sondern fange den Herzschlag von Veloplus ein.

Ein weiterer Grund, warum weder Metz noch Wunderli dem Handbuch nachtrauern, ist der immense Papierverbrauch. «Die jährlich 80 Tonnen Papier, die wir für das Handbuch bedruckt haben, sind mit dem Nachhaltigkeitsbild von Veloplus nicht mehr vereinbar», so Metz.


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