Velos von Tout Terrain sind seit über 10 Jahren fixer Bestandteil des Veloplus-Sortiments. Matthias Schneider hat das Gründerpaar Stephanie und Oliver Römer getroffen. Sie erzählen über ihre Veloreisen, die Anfänge von Tout Terrain und über den Kern der Marke.
Stephanie und Oliver Römer grinsen. Ich habe sie gefragt, wann sie zum letzten Mal auf dem Velo gesessen sind. «Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit», antworten sie lachend. Wie ich sie auf ihre Veloreisen anspreche, ändert sich der Gesichtsausdruck. Als sie von ihren Erlebnissen in Nepal erzählen, beginnen ihre Augen zu leuchten. Ich merke sofort, Stephanie und Oliver bauen Velos aus Leidenschaft. Alle ihre Erfahrungen und Erlebnisse packen sie in die Entwicklung immer besserer Modelle. Tout Terrain ist ein Betrieb, in dem mit Herzblut und Passion Velos entstehen.
Das Veloreisen verbindet die beiden schon sehr lange. Oliver hat im Alter von 15 Jahren damit begonnen
und ist durch England gefahren. «Es war die Zeit, als die Eltern ihre Kinder noch haben ziehen lassen, als man kein Auto hatte und der Zug teuer war», erinnert er sich. Mit 18 hat er mit dem Biken angefangen, ist viele Marathonrennen gefahren. 1998 lernte er Stephanie kennen. Die erste gemeinsame Tour führte durch Kanada.
Das mentale Abschalten
Die Faszination hält bis heute an. Oliver und Stephanie schätzen beim Veloreisen das Langsame, das Sich-fortbewegen aus eigener Kraft. «Du erlebst alles, das Land und die Leute. Alles ist viel näher, du nimmst Gerüche und Geräusche auf», erzählen sie. «Sobald du im Sattel sitzt, geht es um nichts anderes als ums Velofahren». Es sei dieses Essen – Schlafen – Strecke, sagt Oliver, «darüber hinaus schaltest du völlig ab». Dazu kommt das Ungeplante, drei Tage im Voraus nicht zu wissen, wo man wann ist. «Dieses mentale, komplette Abschalten, das ist schon toll.»
Sie erzählen von Grenzerfahrungen. Auf ihrer grossen Nepalreise erlebten sie das gesamte Gefühlssortiment von totaler Erschöpfung auf 5000 Meter hohen Pässen und Anzeichen von Höhenkrankheit bis zu totaler Euphorie, das alles geschafft zu haben, dann wieder Angst, als die
chinesische Polizei sie permanent eskortierte und Glücksgefühle beim Grenzübertritt nach Nepal
und der Erkenntnis, wieder frei zu sein.
«Let’s do it»
In dieser Zeit reifte die Idee, selbst Velos zu bauen. «Wir waren mit Mountain-Bike-Fullies unterwegs,
mit angeschraubten Gepäckträgern. Wenn es Pässe runterging, hat das wild geklappert und war alles andere als ideal,» erinnert sich Oliver. In solchen Situationen stiessen ihre Velos an die Grenzen. «Uns war klar, wir können bessere Produkte machen. Das war ein Prozess – im Herbst 2004 kam der Punkt, an dem ich gesagt habe: Okay, let’s do it.»
Das komplette Abenteuer
Welche Erfahrungen in ihren Velos drinstecken? «Die vielen Erinnerungen und zwanzig Jahre auf Reisen», führen Stephanie und Oliver aus, «eigentlich das komplette Abenteuer». Immer wieder gab es Aha-Erlebnisse, wie vor zehn Jahren auf einer Tour durch Patagonien. «Wir merkten, dass unsere Velos besser und performanter waren. Andere Radreisenden haben 20, vielleicht 30 Kilometer pro Tag geschafft, bei uns waren es halt 80 Kilometer. Die ultrarobusten Stahlrahmen, die integrierten Gepäckträger und der zuverlässige Antrieb machten einen riesigen Unterschied.»
Stephanie und Oliver bauen Velos für Veloliebhaber, für Enthusiastinnen, «für Menschen, die das Produkt auch wirklich nutzen». Ihr Versprechen an die Käuferinnen und Käufer ist, dass sie lange daran Freude haben und ihre eigenen Abenteuer verwirklichen können. Oliver freut sich immer, wenn ein Velo nach vielen Jahren Nutzung so richtig «runtergerockt» sei, «dann weisst du, das hat sich wirklich gelohnt.»
Ich frage sie, was in ihnen vorging, als das erste Tout-Terrain-Velo vor ihnen stand: «Da war Stolz, aber auch viel Nervosität. Weil: Wer kaufts?» erinnert sich Oliver. Der Stolz hält bis heute an. Stephanie und Oliver: «Jedes Mal, wenn wir ein Tout-Terrain-Velo in freier Wildbahn sehen, freuen wir uns.»
Veloplus zu Besuch bei Tout Terrain
Im Dezember 2025 reisten Veloverantwortliche und Ladenleitende von Veloplus zum Hauptsitz von Tout Terrain in Gundelfingen. Das Ziel laut Velo-Produktmanager Michael Voser war, die DNA von Tout Terrain aufzunehmen. «Wir wollen verstehen, wie sie funktionieren, insbesondere die Manufaktur ». Bei Tout Terrain wird jedes Velo auf Bestellung individuell hergestellt. Eine Person pulvert den Rahmen. Dieser geht zu einem Mechaniker, der das Velo fertig aufbaut.



Dein Tout-Terrain-Velo bei Veloplus
In allen 11 Veloplus-Läden sind Velos von Tout-Terrain konfigurier- und bestellbar. In den fünf Kompetenzzentren Basel, Bern, Emmenbrücke, Zürich-Oerlikon und St. Gallen stehen verschiedene Modelle zur Besichtigung und für eine Probefahrt bereit.
Es erwartet dich also ein geballte Kraft an Kompetenz.
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