Was gibt es besseres, als länger werdende Tage und steigende Temperaturen? Der Frühling ist nicht mehr weit. Das Kribbeln in den Beinen wird immer stärker. Das ist die beste Zeit, das Velo aus Keller oder Garage zu holen und fit für den Frühling zu machen.
Es gibt gute und wichtige Gründe dafür, das Velo nach dem Winter in Schuss zu bringen. Während der kalten Jahreszeit wurde es nicht bewegt, stand im Keller, in der Garage (oder vielleicht sogar draussen). Kälte, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen bleiben jedoch nicht ohne Folgen: Der Reifendruck sinkt, Schmiermittel verlieren ihre Wirkung, Metallteile können rosten, und auch Bremsen oder Schaltung funktionieren plötzlich nicht mehr so zuverlässig wie im Herbst.
Wer jetzt einfach aufsteigt und losfährt, riskiert unnötigen Verschleiss – oder im schlimmsten Fall ein Sicherheitsproblem. Ein Frühlings-Check sorgt deshalb nicht nur für ein besseres Fahrgefühl, sondern erhöht auch die Sicherheit und verlängert die Lebensdauer des Velos. Mit ein paar gezielten Handgriffen ist das Zweirad schnell bereit für die neue Saison – und die erste Ausfahrt macht gleich doppelt so viel Freude.
Darum ist der Frühlings-Check so wichtig
- Sicherheit: Wenn dein Velo im Schuss ist, fährst du sicherer. Bremsen greifen zuverlässig, die Reifen haben genügend Profil und Druck, und alle Schrauben sitzen fest. Es ist wichtig, kleine Mängel zu beheben, bevor sie unterwegs zum Problem werden.
- Langlebigkeit: Regelmässiges Warten schützt vor Verschleiss. Eine gereinigte und geölte Kette, korrekt eingestellte Bremsen und kontrollierte Komponenten sorgen dafür, dass dein Velo länger hält und teure Reparaturen vermieden werden. Wer pflegt, spart auf Dauer Geld.
- Fahrkomfort und Effizienz: Mit einem perfekt funktionierenden Velo fährt es sich besser. Die Schaltung wechselt präzise die Gänge, nichts knarzt oder schleift, und mit dem richtigen Reifendruck brauchst du weniger Kraft. Das macht jede Fahrt effizienter – ob zur Arbeit oder auf die Wochenendtour.
- Es macht Spass: Sind wir ehrlich: Die meisten von uns mögen es, das eigene Velo zu putzen und zu warten. Man beschäftigt sich bewusst mit seinem Material, freut sich über das saubere, glänzende Ergebnis – und steigt mit einem guten Gefühl zur ersten Frühlingsausfahrt auf.
Das passiert mit deinem Velo im Winter
- Korrosion durch Feuchtigkeit: Über die Wintermonate kann sich Feuchtigkeit an Metallteilen festsetzen. Besonders betroffen sind Kette sowie Schalt- und Bremskabel. Wer auch im Winter fährt, verstärkt das Risiko zusätzlich: Streusalz beschleunigt die Rostbildung und greift Bauteile an.
- Druckverlust in den Reifen: Reifen verlieren über längere Zeit ganz natürlich Luft. Steht das Velo mehrere Monate unbenutzt, kann der Druck stark absinken. Im ungünstigsten Fall entsteht ein sogenannter Standplatten, bei dem sich der Reifen an einer Stelle verformt.
- Schmiermittel verlieren ihre Wirkung: Öl und Fett können mit der Zeit verharzen oder ihre schmierende Eigenschaft verlieren. Gleichzeitig ziehen sie Staub und Schmutz an, was den Verschleiss im Antrieb erhöht.
- Verhärtete Bremsbeläge: Bremsbeläge können durch Kälte und Standzeit aushärten. Das beeinträchtigt die Bremsleistung.
- Spröde Gummiteile: Reifen, Schläuche und andere Gummikomponenten können durch Temperaturschwankungen an Elastizität verlieren. Das erhöht die Anfälligkeit für Risse und Pannen.
- Probleme mit Dichtmilch: Bei Tubeless-Systemen kann Dichtmilch austreten oder im Reifeninnern gerinnen. Dadurch verliert das System seine abdichtende Wirkung.
- Leistungsabfall bei E-Bike-Akkus: Kälte und längere Standzeiten können die Batterieleistung beeinträchtigen. Wurde der Akku nicht optimal gelagert, kann es zu Kapazitätsverlust oder verkürzter Reichweite kommen.
So machst Du dein Velo frühlingsfit
Gründliche Reinigung
Ein sauberes Velo fährt sich gleich um ein Vielfaches besser. Reinige es mit lauwarmem Wasser und einem schonenden Reinigungsmittel, idealerweise biologisch abbaubar. Aggressive Reiniger oder Hochdruckgeräte solltest du vermeiden, da sie Lager und Dichtungen beschädigen können.
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Antrieb: Kette, Kassette und Kettenblätter sind typische Schmutzfänger. Hier setzen sich altes Schmiermittel, Staub und Dreck hartnäckig fest. Entferne diese Rückstände gründlich, damit die Komponenten wieder sauber ineinandergreifen. Achte darauf, auch schwer zugängliche Stellen wie Schaltwerk, Tretlagerbereich oder Bremszangen nicht auszulassen. Eine sorgfältige Reinigung ist die beste Grundlage für alle weiteren Wartungsschritte.
Kette prüfen und schmieren
Bevor du die Kette neu schmierst, muss sie sauber und trocken sein. Rückstände von altem Öl und Schmutz wirken sonst wie Schleifpaste und beschleunigen den Verschleiss. Reinige die Kette gründlich und trage anschliessend ein biologisch gut abbaubares Kettenöl oder -wachs auf. Wische überschüssiges Schmiermittel mit einem Lappen ab.
Kontrolliere zudem den Zustand der Kette. Mit einem Kettenprüfer lässt sich einfach feststellen, ob sie sich bereits gelängt hat. Ist die Kette zu stark ausgedehnt, greift sie nicht mehr sauber in die Ritzel, was zu erhöhtem Verschleiss an Kassette und Kettenblättern führt. In diesem Fall sollte sie rechtzeitig ersetzt werden – das spart auf Dauer Kosten und sorgt für eine präzise Schaltfunktion.
Reifen kontrollieren
Reifen verlieren über die Wintermonate ganz natürlich an Druck. Dieser Luftverlust lässt sich kaum verhindern, besonders wenn das Velo längere Zeit steht. Pumpe die Reifen deshalb auf den empfohlenen Druck auf (Angabe auf der Reifenflanke) und beobachte, ob sie die Luft halten. Sinkt der Druck rasch wieder, kann ein defekter Schlauch die Ursache sein – hier hilft meist nur ein Wechsel. Bei Tubeless-Reifen sollte geprüft werden, ob genügend Dichtmilch vorhanden ist oder ob sie erneuert werden muss.
Nutze die Gelegenheit zudem für eine Sichtkontrolle: Wie steht es um das Profil? Gibt es Risse, poröse Stellen oder eingedrungene Fremdkörper? Abgefahrenes Profil, sichtbare Alterungserscheinungen oder sprödes Gummi sind klare Anzeichen dafür, dass ein Reifenwechsel sinnvoll ist. Gute Reifen sorgen nicht nur für besseren Grip, sondern erhöhen auch die Sicherheit deutlich.
Bremsen kontrollieren
Lass das Velo nach der Reinigung vollständig trocknen – erst dann solltest du die Bremsen prüfen. Kontrolliere zunächst die Bremsbeläge: Sind sie noch dick genug, greifen sie sauber auf die Felge oder Bremsscheibe und zeigen sie keine Verhärtungen oder ungleichmässigen Abnutzungen? Abgefahrene oder verhärtete Beläge solltest du rechtzeitig ersetzen.
Anschliessend prüfst du die Bremszüge. Sie sollten leichtgängig sein und sich ohne Widerstand ziehen lassen. Fühlt sich der Hebel schwergängig an oder kehrt er nicht sauber zurück, kann ein verschmutztes oder angerostetes Kabel die Ursache sein – in diesem Fall empfiehlt sich ein Austausch. Teste zudem die Bremswirkung im Stand und bei einer kurzen Probefahrt.
Bei hydraulischen Bremsen kann sich über die Zeit Luft im System sammeln. Das macht sich durch einen schwammigen Druckpunkt bemerkbar. Hier schafft ein Entlüften der Bremse Abhilfe – im Zweifel übernimmt das am besten eine Fachwerkstatt.
Schaltung einstellen
Wenn das Velo über längere Zeit gestanden hat, kann das die Funktion der Schaltung beeinträchtigen: Kabel können sich gesetzt oder gedehnt haben, Schmiermittel können eingetrocknet sein, und Schaltwerke können leicht verschmutzt sein. Nachdem du den Antrieb gereinigt und geschmiert hast, ist es daher Zeit für einen gründlichen Schaltungstest.
Prüfe alle Gänge nacheinander: Wechselt die Kette sauber von einem Ritzel zum nächsten? Hakt oder springt die Kette irgendwo? Achte darauf, dass die Schaltung sowohl auf der großen als auch auf der kleinen Kettenblattseite präzise arbeitet.
Feinjustierungen lassen sich an den Einstellschrauben am Umwerfer und Schaltwerk vornehmen. Bei Bowdenzügen kann es nötig sein, die Spannung nachzujustieren, damit die Gänge sauber greifen. Auch ein Blick auf die Schaltzüge lohnt sich: Sind sie rostfrei und laufen leichtgängig, oder müssen sie ersetzt werden?
Eine korrekt eingestellte Schaltung sorgt für ein geschmeidiges, leises Fahren, reduziert den Verschleiss an Kette und Ritzeln und erhöht deutlich den Fahrkomfort.
Schrauben und Bauteile kontrollieren
Bevor du das Velo wieder auf die Strasse bringst, solltest du alle wichtigen Bauteile überprüfen. Dazu gehören Sattel und Sattelstütze, Vorbau und Lenker, Schutzbleche, Gepäckträger sowie die Pedale. Prüfe, ob alles fest sitzt, nicht wackelt oder Spiel hat.
Ziehe bei Bedarf alle Schrauben nach – aber achte darauf, die richtige Drehkraft zu verwenden, um Gewinde oder Bauteile nicht zu beschädigen. Nur wenn wirklich alles sicher befestigt ist, kannst du beruhigt zur ersten Ausfahrt starten. Eine sorgfältige Kontrolle sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern auch für ein stabiles, angenehmes Fahrgefühl.
E-Bike checken
Für E-Bikes gilt grundsätzlich die gleiche Checkliste wie für herkömmliche Velos: Reifen, Bremsen, Schaltung, Kette und alle Bauteile sollten überprüft werden. Zusätzlich sind einige spezielle Punkte zu beachten:
Prüfe den Ladezustand des Akkus und teste die Motorfunktion. Achte darauf, dass der Akku vollständig geladen ist, keine Schäden aufweist und sich problemlos ein- und ausbauen lässt. Bei manchen Modellen steht zudem ein Software-Update an, das die Leistung optimiert und neue Funktionen freischalten kann.Hier kann die Veloclinic von Veloplus hilfreich sein. Sie bietet umfassende Gesundheitschecks für E-Bikes an, überprüft den Akku, kontrolliert die Motorfunktion und sorgt dafür, dass die Software auf dem neuesten Stand ist. So bist du sicher, dass dein E-Bike zuverlässig und leistungsstark in die neue Saison startet.
Service machen lassen in der Veloclinic von Veloplus
Der Frühling ist die ideale Zeit für einen professionellen Service. So stellst du sicher, dass dein Velo rundum überprüft wird, alle Verschleißteile rechtzeitig ersetzt werden und du ohne Sorgen in die neue Saison starten kannst. Ein Service sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern verlängert auch die Lebensdauer deines Rads.Wenn du deinen Termin jetzt schon buchst, ersparst du dir die typischen Wartezeiten im Frühling, wenn viele Velos gleichzeitig fit gemacht werden müssen. Momentan sind bei der Veloclinic noch viele Termine verfügbar – nutze diese Gelegenheit, um mit einem perfekt gewarteten Velo in die Saison zu starten und jede Ausfahrt von Anfang an sorgenfrei zu genießen.
Ergonomie-Angebot von Veloplus
Der Frühling ist auch immer eine ideale Zeit für eine Ergonomie-Analyse. Wir bieten einfache Checks, Satteldruckmessungen und ausgiebige Analysen. Viele Kund:innen, die mit Beschwerden zu uns kamen, fahren heute schmerzfrei und unbeschwert Velo.