Ein starkes Zeichen gegen die Reservationspflicht

Es ist so weit! Anfang Woche wurde die Petition gegen die Reservationspflicht der SBB eingereicht. Es wurden über 54`000 Unterschriften gesammelt und somit ein starkes Zeichen gegen die Ausbremsung der Kombination von Zug und Velo gesetzt.

Am Montag, 6. September, wurde vor dem Hauptsitz der SBB die Petition gegen die Reservationspflicht eingereicht. Linus Looser, Leiter Produktion Personenverkehr der SBB, nahm die 54`000 Unterschriften entgegen. Mit dabei waren viele Mitglieder der 14 Organisationen, die sich für diese Petition eingesetzt haben. Auch Veloplus hat die Petition von Anfang an unterstützt und freut sich nun, dass so zahlreiche Unterschriften dafür gesammelt werden konnten. Die Petition verlangt, dass der Veloselbstverlad mit dem Zug einfacher und die seit März am Wochenende auf allen IC-Zügen geltende Reservationspflicht abgeschafft werden, sonst droht eine Verlagerung von der Schiene auf die Strasse.

14 Veloverbände, Unternehmen und Organisationen haben sich zusammen für die Petition eingesetzt.

Hoffnung auf Verbesserung

Die verschiedenen beteiligten Organisationen hoffen nun auf eine Reaktion der SBB. «Immer mehr Menschen kombinieren Velo und Zug im Alltag wie in der Freizeit. Diese Kombination ist umwelt- und klimapolitisch erwünscht und darf nicht durch die Reservationspflicht behindert werden.», meint beispielsweise Ruedi Blumer, Präsident des Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), der die Petition ebenfalls unterstützt. Diese Behinderung der Kombination Zug und Velo hat sich bereits auch gezeigt.

Im ersten Jahr dieser ausgeweiteten Reservationspflicht ist es immer wieder zu Problemen und Pannen gekommen. So heisst es in der Medienmitteilung von Pro Velo: „Mit der SBB App sind Reservationen insbesondere für Gruppen sehr aufwendig, oft kommt es auf dem Perron und im Zug zu Pannen. Deshalb fordert die Petition sofortige Verbesserungen an der App und mittelfristig eine bedarfsgerechte Erhöhung des Platzangebotes für Velos und somit die Abschaffung der Reservationspflicht, die seit dem 21. März 2021 in allen Intercity-Zügen von Freitag bis Sonntag gilt.

Wichtig ist gemäss Jürg Buri, dem Geschäftsleiter von Pro Velo vor allem, dass die SBB dafür sorgt, dass auf den beliebten Stecken mit geeignetem Rollmaterial genügend Platz für die Velomitnahme geschaffen wird. Diese Forderungen der Petition gilt es nun seitens der SBB zu prüfen.

Wie reagiert die SBB?

Die SBB geht zwar auf die Forderung der Veloverbände und auf die Petition ein, eine baldige Abschaffung der Reservationspflicht zeichnet sich jedoch nicht ab. Denn auf der Homepage der SBB heisst es: „Die SBB ist bestrebt, noch mehr Platz für Velos in den Zügen zu schaffen. Dabei dürfen die anderen Reisenden nicht vergessen gehen, die ebenfalls zusätzlichen Platz in den Zügen benötigen – etwa für Kinderwagen oder grosse Gepäckstücke, die sich nicht unter den Sitzen verstauen lassen. Der Platz ist jedoch insgesamt beschränkt. Und die Züge müssen nicht nur im Freizeitverkehr funktionieren, sondern auch unter der Woche als Pendlerzüge. Solange die Nachfrage nach Veloplätzen am Wochenende das Angebot übersteigt, ist die Reservationspflicht auf IC-Zügen nötig.“ Ausserdem sagt die SBB auch, dass man nicht unlimitiert weitere Wagen an einen Zug anhängen kann. Denn die Maximallänge eines Zuges wird unter anderem durch die Perronlänge in den Bahnhöfen bestimmt.

Die SBB will die Bedürfnisse aller Reisenden berücksichtigen und hält vorerst an der Reservationspflicht fest.

Ein starkes Zeichen für das Fahrrad

Das Petitionskomitee anerkennt zwar, dass angesichts der sehr schnell wachsenden Nachfrage nach Velomitnahme im Zug die nötigen Kapazitäten nicht innert kurzer Zeit geschaffen werden konnten. Doch die Nachfragesteigerung zeichnete sich schon seit Jahren ab und dennoch wurde dieser Trend von der SBB nicht wirklich aufgenommen. Das darf nicht wieder passieren. Wie sich die Petition nun auf den Ausbau des Angebots der SBB auswirken wird, wird sich schon bald zeigen. Fakt ist: Mit 54`000 Unterschriften wurde ein starkes Zeichen gesetzt dafür, dass der Mobilität der Zukunft keine zusätzlichen Hürden auferlegt werden sollten, sondern dass man je länger je mehr noch stärker auf das Fahrrad und die damit verbundene Infrastruktur aufbauen sollte.

1 Kommentar

Julian
19. September 2021

Ich finde das awhr gut, dass sich VeloPlus an der Petition beteiligt hat. Die Reservationsplicht ist teine Schikane und dient nur der Überwachung, denn man zahlt ja sowieso für das Velo ein Veloauflaschlag!

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