Kopfhörer im Strassenverkehr – ist das erlaubt?

Das Velo boomt – und es gibt immer mehr Fahrräder auf der Strasse. Immer öfter sieht man deshalb im Strassenverkehr auch Menschen auf Fahrrädern mit Kopfhörern in den Ohren. Wie gefährlich ist dieses Verhalten und ist das in der Schweiz gesetzlich überhaupt erlaubt?

Tom hört gerade Highway to Hell von ACDC und fährt mit seinem Fahrrad mit einem ordentlichen Tempo auf einer Hauptstrasse. Es hat wenig Verkehr. Das Lied beflügelt ihn. Er sieht, dass bei der Kreuzung das Lichtsignal bereits auf Orange gewechselt hat. Er will es noch vor dem Wechsel auf Rot schaffen. Er schafft es. Das Tram jedoch hört er nicht…

Viele Leute schütteln den Kopf, wenn Sie Personen mit aufgesetzten Kopfhörern auf Fahrrädern sehen. Dass dieses Verhalten gefährlich sein kann ist vermutlich allen bewusst. Doch wie sieht die Gesetzeslage aus? Darf man das?


Gesetzliche Grundlage

Ein explizites Verbot von Kopfhörern im Strassenverkehr existiert nicht. Jedoch befindet man sich mit dem Tragen von Kopfhörern in einer Grauzone.  Denn folgendes ist gemäss Artikel 31 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) vorgeschrieben:

Der Führer muss das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann.

Dieser Grundsatz ist in der Verkehrsregelnverordung (VRV) noch genauer spezifiziert:

Der Fahrzeugführer muss seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden. Er darf beim Fahren keine Verrichtung vornehmen, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert. Er hat ferner dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme nicht beeinträchtigt wird.


Grosse Alarmbereitschaft

Die Frage ist nun nur, wie stark und ab welcher Lautstärke die Aufmerksamkeit für die Strasse und den Verkehr beeinträchtigt wird. Das der Musikgenuss auf dem Fahrrad eine Gefahr darstellt, wird auch immer wieder von verschiedenen Beratungsstellen postuliert. Untersuchungen ergaben, dass jeder fünfte Jugendliche mit Kopfhörern Musik hört, wenn er zu Fuss oder auf dem Fahrrad unterwegs ist. In einer Medienmitteilung erläutert die Suva die grosse Gefahr der Ohrenstöpsel:

«Akustik-Experten der Suva haben errechnet, dass ein Fahrradfahrer ohne Kopfhörer ein mit 50 Stundenkilometer von hinten nahendes Fahrzeug auf 16 Meter Distanz wahrnimmt und ihm so zwei Sekunden Reaktionszeit bleibt. Trägt der Velofahrer aber einen Kopfhörer und hört mit 80 Dezibel Musik, was der üblichen Lautstärke entspricht, nimmt er das Fahrzeug erst auf drei Meter Distanz wahr; ihm bleiben lediglich 0,3 Sekunden für eine Reaktion

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) warnt wenig überraschend mit grossen Kampagnen vor Ablenkungen im Strassenverkehr. Gemäss BfU gibt es im Strassenverkehr (Autos, Fussgänger und Velos zusammengerechnet) jährlich rund 1050 Schwerverletzte auf Grund von Ablenkung und Unaufmerksamkeit (siehe hier). Dabei sind jedoch auch Ablenkungen anderer Art, wie Smartphones, Navigationsgeräte, Telefongespräche etc. miteinbezogen und nicht nur Kopfhörer in Kombination mit Velo. Mit einem extremen Video hat die BfU in Zusammenarbeit mit der Lausanner Polizei auf die Gefahr von Smartphones und Kopfhörern auf der Strasse aufmerksam gemacht (siehe unten).

Diese BfU Sensibilisierungskampagne ist nichts für schwache Nerven.

Rechtliche Konsequenzen möglich

In Anlehnung an den zuvor erwähnten Artikel aus der Verkehrsregelnverordung bezüglich Tonwiedergabegeräten, schliesst die Suva auch rechtliche Konsequenzen nicht vollständig aus. In der Medienmitteilung heisst es dazu:

«Wenn also ein Fahrradfahrer mit aufgesetzten Kopfhörern in einen Unfall verwickelt wird, trägt er eine Mitschuld. Im Sinne der Prävention ist von Musikhören beim Velofahren dringend abzuraten. So könnten nicht nur rechtliche Konsequenzen und menschliches Leid vermieden werden, sondern auch unnötige Kosten, was wiederum den Versicherten in Form von tieferen Prämien zugutekommt.»

Die Gesetzesartikel und die Ausführungen von Beratungsstellen zeigen also die schwammige Ausgangslage bezüglich der Legalität von Kopfhörern auf dem Fahrrad. Man kann nicht von der Polizei angehalten und gebüsst werden durch das Tragen von Kopfhörern beim Velofahren. Kommt es aber zu einem Unfall, könnte ein Gericht basierend auf dem bestehenden Gesetz den Velofahrer für mitschuldig erklären auf Grund von fehlender Aufmerksamkeit für den Strassenverkehr. Es ist jedoch schwierig das Tragen von Kopfhörern als Grund für die Unaufmerksamkeit nachzuweisen und vor Gericht gültig zu machen.

Über ein solches Beispiel hat die NZZ letztes Jahr berichtet. Ein 20-jähriger Velofahrer ist damals auf dem Trottoir der Zürcher Bahnhofstrasse im Slalom zwischen Fussgängern hindurchgefahren. Weil er Kopfhörer trug, war er laut Anklage nicht in der Lage, die Umgebungsgeräusche wahrzunehmen und missachtete zudem ein Handzeichen zum Anhalten, das ihm ein Polizist gab.

Vor Gericht gab der junge Mann zu Protokoll, dass er nicht slalomartig unterwegs war und einer seiner beiden Kopfhörer kaputt gewesen ist, wodurch er die Umgebung zu jederzeit gut wahrnehmen konnte. Auch zu einem Unfall kam es nicht, weshalb der Mann schlussendlich lediglich eine Geldbusse erhielt wegen Nichtanpassens der Geschwindigkeit und Fahrens auf dem Trottoir. Die Beeinflussung der Wahrnehmung durch die Kopfhörer konnte nicht nachgewiesen werden.

Kompromisslösungen

Grundsätzlich rät auch Veloplus davon ab, Kopfhörer auf dem Fahrrad zu verwenden. Insbesondere im dichten Strassenverkehr in grösseren Ortschaften, verlässt man sich am besten auf alle Sinnesorgane und nicht nur auf die Augen. Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Für die Musikverrückten, die es ohne Sound auf dem Fahrrad nicht aushalten, gibt es verschiedene Alternativen. Ein guter Kompromiss wäre beispielsweise nur einen Stöpsel der Kopfhörer zu verwenden, oder die Musik einfach so weit zurückschrauben, dass man herannahende Autos und andere Verkehrsteilnehmer immer noch gut hören kann.

Eine weitere Alternative wäre das Hören von Musik über Lautsprecher. Mit dem Quadlock Case kann beispielsweise ein Smartphone ganz einfach am Lenker montiert werden und mit Lautsprechern verbunden werden. So kann man trotz Musik immer auch die Umgebungsgeräusche gut wahrnehmen.

Der smarte Velohelm von Livall. Musikgenuss und Sicherheit.

Wer etwas ganz spezielles will, kann sich auch Gedanken über einen „smarten“ Fahrradhelm machen. Die Smart Helmets von Livall haben die Helmtechnologie revolutioniert. Sie kommen mit ganz vielen Extras. Unter anderem auch einem integrierten Lautsprechersystem. Auch hier sollte man jedoch darauf achten, dass man die Lautsprecher nicht voll aufdreht und sich nicht davon ablenken lässt.

Mit diesen verschiedenen Alternativen gibt es also Möglichkeiten, wie man Musik hören kann und dennoch nicht völlig absorbiert ist von den Strassengeräuschen.

Links und Infos


Präventionskampagne in Australien:

Auch in Australien wurde mit einer offensiven Präventionskampagne vor Kopfhörern im Strassenverkehr gewarnt. Die Kampagne „Watch for cars when wearing headphones“ der New South Wales Police, sollte die Menschen für die steigende Anzahl junger Todesopfer durch das Tragen von Kopfhörern sensibilisieren.

Die NSW Police Kampagne in Australien.
Die Kopfhörer symbolisieren die Kreide der umrahmten Verkehrsopfer.

30 Kommentare

Stephan
29. August 2020

Die meisten Argumente würden es dann aber gehörlosen verbieten, Fahrrad zu fahren.

    Béla Brenn
    1. September 2020

    Hallo Stephan
    Danke für diese Rückmeldung. Im entsprechenden Gesetzesartikel wird geschrieben, dass man dafür zu sorgen hat, dass die Aufmerksamkeit nicht durch Tonwiedergabegeräte und ähnliches beeinträchtigt wird. Während man problemlos auf das Tragen von Kopfhörern verzichten und somit die Aufmerksamkeit erhöhen kann, hat eine gehörlose Person keine Möglichkeit die beeinträchtigte Wahrnehmung zu beeinflussen und kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden.
    Der zweite Gesetzesartikel besagt jedoch auch, dass der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen muss, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann.
    Selbstverständlich muss man somit bei einer körperlich bedingten Beeinträchtigung der Sinnesorgane gut überlegen, ob man keine Gefahr für sich selbst oder für andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Gesetzlich verboten ist es jedoch nicht für eine gehörlose Person mit einem Fahrrad unterwegs zu sein. Um die gesetzliche Vorsichtspflicht zu optimieren kann man auch Rückspiegel am Fahrradrahmen anbringen. Damit lässt sich der Verkehr vorne wie auch hinten lückenlos im Auge behalten.
    Beste Grüsse, Veloplus

Michi
3. September 2020

Nicht jeder mit Kopfhörer lässt die Musik so laut laufen das man nichts mehr mit bekommt.
Jedes Auto und jeder Motorradhelm dämmt mehr Schall ab als Kopfhörer. Die benötigten jetzt noch lautere Fahrzeuge, dass sie sich selber hören.
Muss ich also darauf verzichten um mich gegen dröhnende Motorfahrzeugen mit Motortuning und Klappenauspuff zu schützen?
Ich bin gestern 3x von hinten auf dem Velostreifen abgedrängt worden. Ich hatte keine Kopfhörer an.
Alles meine Schuld, weil als Velofahrer soll man gefälligst aus dem Weg. #victim

Die BFU nimmt es übrigens auch nicht so genau mit der Statistik wen es um die eigenen Interessen geht:
…Einen nonchalanten Umgang mit Zahlen pflegt die BfU auch auf ihrer Webseite http://www.velohelm.ch(link is external). Während Jahren stand zuoberst «50 000 Velounfälle pro Jahr». Als jemand nachfragte, woher sie eigentlich diese Zahl hätten – die Polizei registriert jährlich nur 3200 Unfälle mit verletzten Velofahrern – änderte die BfU den Text auf «25 000 Velounfälle (inkl. Dunkelziffer)» und teilt seither auf Anfrage mit, das mit den 50 000 sei ein Fehler gewesen, man bitte um Entschuldigung.

Von WOZ: https://www.woz.ch/-2b2

    Béla Brenn
    7. September 2020

    Hoi Michi
    Danke für dein Feedback. Natürlich hast du Recht und nicht alle die Musik hören beim Fahren, drehen diese auch voll auf. Wie im Text erwähnt ist dies bereits viel besser, als auf volle Lautstärke aufzudrehen. Im Zweifelsfall ist es dennoch besser ganz darauf zu verzichten, oder sich eine Alternative zu suchen, bei der die Ohren frei bleiben. Freundliche Grüsse, dein Veloplus-Team

Philipp
4. September 2020

Ich Fahre nur mit Knochenschallkopfhörer. Die Ohren bleiben frei. Sound wird über Schädelknochen übertragen. Hersteller AfterShokz Trekz Titanium
Wär doch was fürs VeloPlus Sortiment!!

    Béla Brenn
    7. September 2020

    Hallo Philip
    Besten Dank für den Tipp mit den Knochenschallkopfhörern. Diese Alternative ist sicher besser als mit aufgedrehten Kopfhörern auf den Ohren unterwegs zu sein. Veloplus hat jedoch keine Kopfhörer im Sortiment, da wir uns vor allem auf den Verkauf von Velos und allem was zum Velo dazugehört spezialisieren. Kopfhörer gehören deshalb nicht wirklich in unser Sortiment. Freundliche Grüsse, dein Veloplus-Team

Roger
4. September 2020

Ich trage bei meinen Ausfahrten in die Berge jeweils ein Kopfhörer, welcher den Schall über den Schädelknochen überträgt (Aftershokz).
Gute Sache um Podcast zu hören und gleichzeitig die Umgebung wahrnehmen zu können…

Patrick
4. September 2020

Ich fahre auch mit einem In Ear Kopfhöhrer im rechten Ohr mit dem Velo, und mit halber Lautstärke. Bei einer Verkehrskontrolle durch die Polizei gab es keinen Rüffel. Und sie klärten mich noch über die aktuelle Rechtslage auf , und baten mich darauf zu verzichten.

Plüer
4. September 2020

Musik beim Velofahren – völlig überflüssig

Matthias Golder
4. September 2020

Matthias
Die erwähnte Studie sagt nichts über die Geschwindigkeit des Fahrradfahrers. Allein der Fahrtwind kann auch Lautstärken bis 80 dB erzeugen bzw übertönen.

Lukas
4. September 2020

Eine gute und gangbare Lösung bieten meiner Meinung nach die bone conduction Kopfhörer von Aftershokz. Sie übertragen den Sound über den Schädel direkt ins Ohr. Etwas spooky aber es funktioniert tadellos. So sind die Ohren frei und man hört was abgeht. Auf der Strasse, im Zug, Geschäft. Wasserdicht und abwaschbar.

Patrick Pfister
4. September 2020

Eleganter als mit Kopfhörer auf dem Bike kann man es wohl nicht sagen, dass man‘s nicht kapiert hat was Strassenverkehr bedeutet. Menschen mit Behinderung dabei uns Spiel zu bringen unterstreicht das Ganze doppelt. Gruss Päde Freund des Individualverkehrs mit Auto, Velo und Töff

Düsi_77
5. September 2020

In meinen Kopfhörern läuft nur die süsse Stimme der Dame von Komoot…

Walter Rubin
5. September 2020

Eigentlich sagen ja die Gesetze alles. Also weg von den Kopfhörern beim Velofahren. Es hat auch ohne Musik noch genügend Störfaktoren (wie der Fahrtwind, oder Flüsterbelag, e.t.c.) , die verhindern, dass man rechtzeitig auf eine nahende Gefahr aufmerksam wird. Ich höre Musik zuhause.

H.J.Walch
5. September 2020

Die Velofahrer mit einer Behinderung für das Tragen eines Kopfhörers im Strassenverkehr ist zynisch. Unterhaltung via Kopfhörer oder Autoradio wirkt erwiesenermassen ablenkend. Für mich ist eine generelle Helmtragpflicht absolute Voraussetzung für eine aktive Unfallprävention für Velofahrer.

Marco Fischer
5. September 2020

sowohl in der Natur wie auch im Verkehr macht es absolut keinen Sinn, noch Musik zu hören. Bin auch Musikliebhaber, aber alles miteinander ist doch gar kein echter Genuss mehr.

Blattmann
6. September 2020

Bin einmal nach dem Fitnesstraining mit Kopfhörer, weil gerade sehr gute Musik gespielt wurde, aufs Velo gestiegen. Nach wenigen Metern gestoppt wegen der Ablenkung. Der Strassenverkehr erfordert heute 100 prozentige Aufmerksamkeit, da ist kein Platz für Kopfhörer.

julian
6. September 2020

warum wird betreffend wahrnehmung nicht über andere verkehrsteilnehmer diskutiert? autos sind mit subwoofer und wuchtigen anlagen ausgestatet, gut isolierenden scheiben, evtl sogar getönt. die hören radio und musik in einem geschlossenem raum mit relativ eingeschränkter sicht. der autofahrer sieht nur halb soviel wie ich auf dem fahrrad. ich behaupte in der stadt sehe und höre ich als velofahrer weit am besten, mein kopf drehe ich hin und her und hab optisch überhaupt keine hindernisse und absolut freie sicht. ich verstehe den ansatz auch die ohre absolut frei zu haben bezüglich aufmerksamkeit. aber oft bin ich es der für die anderen sieht, wahrnimmt, hört und reagiert. das ist meine warnehmung in der stadt zürich und ich bin seit 25 jahren mit velo unterwegs. ich fahre aber auch auto und motorrad und kenn diese seite auch. was ist mit lauten motorrädern hören die noch etwas?

    Béla Brenn
    8. September 2020

    Hoi Julian
    Danke für den spannenden Input. Natürlich hast du Recht und es liesse sich auch eine Debatte über andere Verkehrsteilnehmer führen. Und es stimmt auch, dass oft der Fahrradfahrer eine viel freiere Sicht hat, als andere Verkehrsteilnehmer. Wir haben jetzt aber den Fokus bewusst auf das Fahrrad gelegt und wollten aufzeigen, was auf dem Fahrrad musiktechnisch erlaubt ist und wie gefährlich Kopfhörer für die Velofahrt sein können. Zudem wollten wir auch sehen, was unsere Community dazu sagt. Freundlicher Gruss, Béla von Veloplus

Werner Baumann
6. September 2020

Einfachste Lösung: 1 Kopfhörer, also 1 Seite, ist erlaubt. Egal ob regulärer oder Bones Hörer.
Dies genügt für Anweisungen von Navi (zB Komoot, G-Maps, etc). Musik hört niemand mit 1 Hörer und mit 2 Hörern hört man weder den Verkehr, noch wenn man klingelt.
Es gibt aber spezielle Sportkopfhörer mit Bügel ums Ohr, die nur am und nicht im Ohr anliegen, so hört man alles von Musik bis Nachrichten und kann dennoch reden beim joggen oder velofahren.

    Béla Brenn
    8. September 2020

    Hoi Werner
    Danke für die Rückmeldung. Ja, es gibt verschiedene Alternativen und Möglichkeiten. Nur einen Kopfhörer zu verwenden und das nur für Komoot etc… ist gewiss eine gute Idee. Freundliche Grüsse, das Veloplus-Team

Röschli Hansruedi
6. September 2020

Worüber ich in letzter Zeit ab zu nachdenke. Muss denn alles immer durch Gesetze und Vorgaben reglementiert sein. Durch Studien und Fachverantwortliche Hieb und Stichfest erwiesen. Für mein Leben und meine Sicherheit bin ich ganz allein selbstverantwortlich und als Mutter und Vater für die Kinder.
Da nützen mir dann die Gerichte und Gesetze wenig wenn es zum Schaden kommt. Ein Helm zum Velo- oder E-Bike fahren ist für mich heute so selbstverständlich, wie wir beim Skifahren einen Helm tragen.
Musikhören, Ohrstöpsel! Fragen wir doch einmal die VBZ Tramchauffeure; die können viele Geschichten erzählen. Darf ich eine erwähnen „Hans guck in die Luft“ – er war auf seinem Weg nicht bei der Sache und hat Schaden genommen. Wir leben immer mehr in Parallelwelten. Wir können vieles miteinander und doch funktioniert es im realen Alltag nicht richtig. Wenn man nicht ganz bei der Sache ist, ist es auf den Strassen und Velowegen sehr gefährlich. Auf den Velowegen sausen von hinten und vorne die Velofahrer einem um die Ohren (E-Bike 45 km/h, Rennvelo). Ich fahre E-Bike 25 km/h, denn ich möchte noch die Vögel hören, die Landschaft wahrnehmen.
Kopfhörer, Ohrstöpsel sind auf dem Hometrainer ganz ideal. Da kann ich meine Strecke fahren und gefährde niemanden.
Ich wünsche zu allen Aktivitäten viel Spass und Freude.

Gilles
7. September 2020

Immer wieder wird erwähnt, dass Velofahrende mit Kopfhörer von hinten herannahede Fahrzeuge nicht hören. Wieso muss ich dieses überhaupt hören? Ich fahre doch schon am rechten Rand und ob mit oder ohne Kofphörer kann ich nicht beurteilen ob ich von diesem Fahrzeug überfahren werde oder nicht… was soll ich da noch reagieren?
Nach ein paar Km auf der Strasse erschrecke ich zudem auch ab einem LKW nicht mehr.

Bezüglich Ablenkung gemäss VRV wäre es ja dann auch so, dass das Musikabspielen im Auto nicht zugelassen ist. Kann mir nicht vorstellen, dass das im Sinne aller auf der Strasse ist. Da ist wohl ein wenig xmv gefragt.

Wolfgang Reuss
7. September 2020

Ich trage beim Velofahren Kapselgehörschutz (wie Pamir), also OHNE Musik. Diese dämmen den Schall weniger, als ich dachte, das heisst ich höre noch ziemlich viel damit. Als ich früher „Oben Ohne“ unterwegs war, wurde mein Gehör schwer geschädigt durch die Arosabahn-Lokomotive (extremstes Pressluft-Hochton-Pfeifen in etwa 2 Meter Abstand), als ich korrekt an einer Strassenabzweigung wartete (der Zug stand, pfiff unnötig und illegal), sowie durch voll durchgedrückte Hupen (die überdimensioniert für die Autobahn gebaut sind, aber viel zu laut bei Fussgängern) ebenfalls illegal, und weitere Missbräuche. Aufgrund meiner Erfahrungen ist im Strassenverkehr das Gehör weit mehr gefährdet als der Kopf. Deshalb trage ich den Gehörschutz, aber keinen Helm.

Bernhard Vögeli
7. September 2020

Lautsprecher auf dem Velo: Nicht gerade das, was man sich als Anwohner oder als Velofahrer, der einen andern Musikgeschmack hat wünscht! Ich selbst höre übrigens gerne Radio via offene Ohrstöpsel, auf dem Weg zur Arbeit mit dem Velo. Selbstverständlich ziemlich leise um die Umgebung noch zu hören. PS: Im Auto will auch niemand ein Verbot von (lauter) Musik.

Barfüsser
8. September 2020

… aber im Auto laute Musik hören – das wird nicht thematisiert ?
Es kommt doch IMMER nur auf die Lautstärke an !

    Béla Brenn
    8. September 2020

    Hoi Barfüesser
    Selbstverständlich kann man das auch thematisieren. Egal mit welchem Verkehrsmittel (ausser ÖV) man unterwegs ist. Man sollte immer die Aufmerksamkeit auf die Strasse richten. In diesem Blog jetzt ging es jedoch nur um die Gesetzeslage und die Gefahren für das Tragen von Kopfhörern auf dem Fahrrad. Freundlicher Gruss, Béla von Veloplus

Grand
8. September 2020

Die Schweiz und ihre „First World Problems“ man hat hier nur noch Gesetze aber das ist ein anderes Thema.

Zum Thema der SUVA das genannte Beispiel ähnelt ja einem Witz. Von hinten angefahren werden…. lol. Da kann man auch mit einer Augenbinde fahren und hat vermutlich dann die selben Chancen wie mit oder ohne Kopfhörer. Welch ein Witz.

Man sollte eher mal die Überregulierung beenden denn es geschehen Dinge welche nicht schön sind, ist so. Und jeder Tag bringt etwas neues und eine Kontrolle hat man sowieso nie, über nichts. Kontrolle ist eine Illusion, es sind zu viele Faktoren im Spiel welche etwas, zu jederzeit beeinflussen können. Und für alle die die Angst haben vor irgendetwas, bleibt zuhause (das nennt sich dann Isolation, Verzicht) aber das kann und will man ja auch nicht in der heutigen Zeit, aber wisst ihr was, auch zuhause kann man verunfallen….

Kurt Schmid
12. September 2020

Ich werde und habe noch nie beim velofahren ein Kopfhörer
getragen aber das ist jedem selbst überlassen solange keine
klare gesetzliche Regelung besteht.

Manfred
22. September 2020

Ich halte Kopfhörer auf dem Rad zwingend für notwendig, denn wie sollte ich sonst den Verkehrsfunk verfolgen, der mich vor entgegenkommenden „Geisterradlern“ auf meinem Fahrstreifen und Staus warnt?
Und man will (und darf) ja schliesslich die Umwelt nicht rücksichtslos beschallen!
😉

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