1.50 Meter Überholabstand von Nationalrat Matthias Aebischer gefordert!

Dienstag 16. Oktober 2018

Author: Kathrin by Veloplus

Social Media Verantwortliche und Redaktorin bei Veloplus

Mindestens 1,5 Meter Abstand zwischen Auto und Velo: Das möchte SP-Nationalrat Matthias Aebischer gesetzlich verankert haben. Wir von Veloplus begrüssen diesen Ansatz und setzten uns seit Beginn des Jahre für die Kampagne „Abstand ist Anstand“ ein. 

In Deutschland, Spanien, Portugal und Irland ist klar: Autos müssen auf der Strasse genügend Abstand zu Velofahrern halten. Genauer gesagt müssen sie mindestens 1.50 Meter, gegebenenfalls sogar 2 Meter von einem Velo entfernt fahren, während sie dieses überholen. In der Schweiz gilt ebenfalls, dass ein „ausreichender Abstand“ eingehalten werden muss. Wie gross dieser tatsächlich sein soll, liegt im freien Ermessen der Lenker.

Nun hat eine Umfrage von Pro Velo, VCS, TCS, Suva und der Beratungs­stelle für Unfallverhütung ergeben, dass zwei Drittel der Velofahrer in der Schweiz der Auffassung sind, dass sie von Autos zu oft zu nahe überholt werden. Dies berichtet der Tages-Anzeiger“. SP-Nationalrat Mathias Aebischer fügte zudem noch hinzu, dass jeder zehnte Velounfall auf ein Überholen mit zu wenig Abstand zurückzuführen sei. Aebischer setzt sich nun bereits zum zweiten Mal dafür ein, dass ein Mindestabstand vom 1.50 Meter im Gesetzt verankert werden soll. Mehr Infos zu diesem Vorstoss findest du auf www.1m50.ch!

 

Nur schwer zu kontrollieren

Bereits vor einem Jahr hatte Aebischer versucht, den Bundesrat dazu zu bringen, Massnahmen zum Schutz der Velofahrerinnen und Velofahrer zu definieren. Der Bundesrat hielt aber damals nicht viel von einem fix definierten Überholabstand. Der Bundesrat sei sich der hohen Verletzlichkeit von Velofahrenden durchaus bewusst, jedoch ist er sich einig, dass die heutige Rechtsgrundlage (Art. 35 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG; SR 741.01]) vollkommen ausreiche. Ausserdem wäre ein konkreter Mindestabstand schwierig durchzusetzen, da dieser nicht kontrollierbar wäre. Durch Velostreifenmarkierungen auf der Strasse würde der Automobilist ausserdem auf einen Minimalabstand sensibilisiert werden. Veloverbände haben, gemäss Stellungsnahme des Bundesrates, die Möglichkeit, Sensibilisierungsprojekte beim Fond für Verkehrssicherheit einzureichen.

Veloplus und Aebischer setzen sich weiter ein

Nationalrat Aebischer beteuert, dass es ihm nicht darum gehe, dass die Polizei reihenweise Bussen an Autofahrer verteile. Eine klare Gesetzgebung würde aber ein Bewusstsein schaffen, um mit genügend Abstand zu überholen. Dies könne mit Hilfe einer Kampagne erreicht werden. Seine Interpellation hatten bereits vergangenes Jahr Vertreter aller Parteien unterschrieben.

Wir von Veloplus setzten uns seit Beginn des Jahrs von für die Kampagne „Abstand ist Anstand“ ein und werden den Vorstoss weiterhin unterstützen. Wenn auch du Farbe bekennen willst, kannst du bei uns in den Läden und im Onlineshop kostenlos Kleber beziehen und deine Meinung kundtun.

Wirst du regelmässig mit zu wenig Abstand überholt? Erzähl uns im Kommentar unten von deinen Erfahrungen! 

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 16. Oktober 2018 um 16:27 und abgelegt unter Allgemein, News. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

7 Kommentare über “1.50 Meter Überholabstand von Nationalrat Matthias Aebischer gefordert!”

  1. Samuel Buerkli schrieb:

    1.5m Überholabstand gibt es in Spanien schon lange und ist eine gute Sache, funktioniert prima und gibt ein sicheres Gefühl auf dem Fahrrad…

  2. HansRuedi Kid schrieb:

    Dass Velo plus zusätlich zu den geforderten Abstand von 1,5 Meter Abstsand annimmt ist Erfreulich. Ich hoffe sehr dass dies die Verkehrspolitiker endlich einsehen und dementsprechend Handeln. Hinzu kommt noch dass Schweizweit endlich vorwärts gemacht wird mit Velomarkierungen auf den Strassen. Gilt auch für Passstrassen und enge Bergstrassen.

  3. Wali schrieb:

    Diese Regelung könne nur sehr schwer geprüft werden!? Wie steht es denn nur schon mit der Durchsetzung des Telefonverbotes während dem Fahren (betrifft auch die Fahrradfahrer!!). Dieses Gesetz wird nur lasch überwacht. Ich könnte ein Luxusleben mit den Bussen (fifty / fifty) finanzieren. Bin von einer Lenkerin eines SUV mal fast angefahren worden!
    Was ich sagen möchte: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Klar, dass es schwierig ist genau die 1.5m zu kontrollieren. Doch schon 1m wäre ein Ziel.

  4. Werner Natz schrieb:

    Meiner Meinung nach gilt dies mindestens auch in Frankreich.

    Den Freiraum von 1,5 Meter würde jedem Velofahrer gut tun. Bessere währen Velospuren oder Velowege. Auf z.B. dem Albispass würde diese 1,5m auf den meisten Streckenabschnitten einem absoluten Überholverbot für die Auto und besonders den Postauto gleichkommen. Hoffentlich merkten damit die verantwortlichen Stellen, dass endlich Velowege gebaut werden müssen oder mindestens breitere Strassen.

  5. Skitouring schrieb:

    1.5m Überholabstand gibt es in Frankreich schon lange und ist eine gute Sache, funktioniert prima und gibt ein sicheres Gefühl auf dem Fahrrad

  6. Ueli Meier schrieb:

    Als Jugendlicher (Jg.1955) wurde ich auf dem Ricken von einem Postauto mit 20 Zentimeter überholt. Heute ist es in der Regel besser. Ausnahmen bestätigen die Regel. Werde von einem Auto mit 80 km/h überholt, so sind 1.5 Meter nötig. Werde ich hingegen auf einer schmalen, einspurigen Strasse vorsichtig überholt, so braucht es sicher keine 1.5 Meter Abstand. Für die VelofahrerInnen wäre das unangenehm. Freundlicherweise würde ich dann anhalten, und das Auto passieren lassen.
    Fazit: 1,5 Meter Abstand Ja aber nicht in allen Situationen.

  7. Kathrin by Veloplus schrieb:

    Hallo Ueli, danke für deinen Kommentar und deine Sichtweise. Dies ist ein sehr kontroverses Thema und es ist definitiv eine schwierige Aufgabe, hier eine optimale Lösung zu finden. Wir sind gespannt, wie dies nun weitergeht und bleiben weiter am Ball.

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