Velohelmtragepflicht in der Schweiz?

Mittwoch 14. Februar 2018

Author: Katja Bleibler

Praktikantin Social Media & Kommunikation

Velohelm ja oder nein? Das ist hier die Frage. Zwar besteht nur für Fahrer von schnellen E-Bikes eine Velohelmtragepflicht, dennoch sprechen wir uns für das freiwillige Tragen von einem Velohelm aus.

Grundsätzlich ist die Velohelmtragepflicht für nicht motorisierte Velos nicht gesetzlich verankert. Jedoch äussert sich PRO VELO und die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) mit einer Empfehlung für das Tragen eines Helmes.  Zwar ist der Kopf durch den Velohelm nicht optimal vor Schlägen geschützt, dennoch bietet er mit der richtigen Passform und den richtigen Einstellungen einen Schutz bei Unfällen.

Weisst du nicht, ob dein Helm richtig sitzt, oder willst du ihn nachjustieren? Dieses Video hilft dir dabei:

Kein Velohelm-Obligatorium für Velofahrer

Die Präsidentin der BfU Brigitte Buhmann entfernt sich klar von einem Velohelm-Obligatorium. Sie will vielmehr eine Verbesserung der Veloinfrastruktur erreichen. Auch PRO VELO unterstützt diese Aussage in einem Positionspapier zum Thema Velohelmtragepflicht. Wichtig sei im Moment, dass nicht mehrere Millionen Franken für eine Velohelm-Kampagne oder für eine Durchsetzung des Velohelm-Obligatoriums ausgegeben werden, sondern dass dieses Geld in den Ausbau der Strassen und der Tempo 30 Zonen investiert wird.

Eine Helmtragepflicht würde sich wahrscheinlich kontraproduktiv auf den Velofahrer auswirken, wie eine deutsche Studie zeigt. Das Helm-Obligatorium würde die Motivation auf das Rad zu steigen, erheblich senken. Dabei gilt, je weniger Velofahrer es gibt, desto weniger sicher sind sie im Strassenverkehr, so PRO VELO. Ausserdem wird angenommen, dass mehr Velofahrer auf ein motorisiertes Gefährt, wie ein Motorrad oder das Auto umsteigen würden.

Einen Blogeintrag zu dieser Studie findest du hier.

Dennoch sind sich TCS, die BfU, PRO VELO und auch Veloplus einig und befürworten das freiwillige Tragen eines Velohelms!

Hier siehst du den Unterschied zwischen einem Crash mit und ohne Helm:

Velohelmtragepflicht für E-Biker

Anders verhält es sich für E-Bikes. Grundsätzlich ist bei den E-Bikes zwischen „langsamen“ (25 km/h) und „schnellen“ (45 km/h) E-Bikes zu unterscheiden. Rechtlich gesehen sind schnelle E-Bikes in die Kategorie der Motorfahrräder einzuteilen. Langsame E-Bikes gelten jedoch als Leicht-Motorfahrräder und werden mit den Fahrrädern gleichgestellt. Hier unterscheidet sich auch das Helm-Obligatorium. Während die langsamen E-Bikes von einer Velohelmtragepflicht ausgeschlossen sind, müssen die Fahrer eines schnellen E-Bikes einen Velohelm tragen. Dies gilt nur, wenn die baubedingte Höchstgeschwindigkeit des Velos maximal 20 Stundenkilometer beträgt und die Tretunterstützung  maximal 25 Stundenkilometer ist. Schneller E-Bikes hingegen dürfen nur mit einem Mofahelm gefahren werden. Falls du noch auf der Suche nach einem E-Bike Helm bist, findest du hier eine Auswahl .

Ausserdem müssen E-Biker besondere Verkehrsregeln beachten. Der Velostreifen ist sowohl für die langsamen, als auch für die schnellen E-Biker obligatorisch. Anders verhält es sich mit dem Mofaverbot. Während langsame E-Biker problemlos mit angeschaltenem Motor durch das Verbot düsen dürfen, müssen die schnellen E-Biker ihren Motor abschalten und mit eigener Muskelkraft strampeln.

Velohelmtragepflicht für E-Biker

E-Bike Unfälle vorbeugen

Durch die zunehmende Verbreitung von E-Bikes stieg in den letzten Jahren auch die Unfallzahl mit E-Bikes. Brigitte Buhmann, Präsidentin der BfU, sieht hier die Überschätzung der Fahrer. „Ich kann ja Velo fahren, also kann ich auch ein schnelles E-Bike fahren und brauche keinen Kurs“, sei die allgemeine Meinung. Insbesondere älteren Menschen und ungeübten Menschen empfiehlt der TCS darum sich vorerst ein „langsames“ E-Bike anzuschaffen, um ein Fahrgefühl zu entwickeln. Ausserdem sollten die Fahrer einen Kurs besuchen, in welchem sie lernen, wie sie mit dem Velo umgehen müssen.

Weitere Informationen und Richtlinien zum Elektrovelo findest du hier und einen Blogbeitrag zu Elektrovelos hier.

Hast du ein E-Bike zu Hause und würdest gerne einen E-Bike Kurs besuchen? Veloplus bietet ab 2018 neu auch E-Bike Fahr- und Reparaturkurse an. Infos dazu folgen im nächsten Frühjahr.

 

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 14. Februar 2018 um 08:37 und abgelegt unter Allgemein, News, Velopolitik. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

2 Kommentare über “Velohelmtragepflicht in der Schweiz?”

  1. Helena schrieb:

    Das Mofaverbot bei schnellen E-Bikes ist sowas von lächerlich und realitätsfern. Dieses Verbot wurde damals geschaffen, um laute und stinkende Mofas fernzuhalten, aber E-Bikes sind weder laut noch stinken sie. Motor ausschalten, gahts no… das ist bei mir ein Knöpfchendruck, soll mir also zuerst mal einer nachweisen, dass ich den Motor eingeschaltet habe, wenn ich in angemessenem Tempo (!) durch ein Mofaverbot radle. Dieses Verbot ist einfach realitätsfern.

  2. Katja Bleibler schrieb:

    Hoi Helena, danke für Deinen Kommentar. Gesetzlich laufen die schnellen E-Bikes tatsächlich unter der Kategorie der Motorfahrzeuge und werden dementsprechend auch bei Regelverstoss geahndet. Vorausgesetzt natürlich man wird von der Polizei erwischt.
    Vielen E-Bikern ist nicht bewusst, dass sie mit einem schnellen E-Bike der Kategorie der motorisierten Fahrzeuge angehören. Liebe Grüsse, Katja von Veloplus

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