Velobekleidung: Wolle oder Synthetik?

Montag 2. April 2012

Author: Michael by Veloplus

Social Media Verantwortlicher und Redaktor bei Veloplus.

Nachdem Wolle bis in die 1980er Jahre sogar im Rennsport eingesetzt wurde, fristete sie nach der Einführung von Kunstfasertextilien lange ein Schattendasein. In den letzten Jahren wird insbesondere Merino zum Trend. Was sind die Vor- und Nachteile der Feinwolle?

Wolle als Sportbekleidung im Frühling und Sommer? Vielen Velofahrern ist diese Vorstellung suspekt, denken sie dabei doch an schwere und unangenehme Kleidungsstücke. Doch dieses Bild ist überholt. Insbesondere die Wolle des Merinoschafs, eine Feinwoll-Schafrasse, bekommt immer grössere Bedeutung.

Ideal für mehrtägige Touren

Hauptunterschied zu normaler Schafswolle sind die einzelnen Fasern, die deutlich dünner sind. Die Kleider tragen sich deutlich angenehmer und kratzen nicht. Auf mehrtägigen Touren hat Merinowolle einen grossen Vorteil gegenüber Kunstfasern: Sie ist und bleibt geruchsneutral. So kann das gleiche Kleidungsstück längere Zeit getragen werden. Zudem nimmt sie bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf auf. Für ein gut reguliertes Körperklima bei gleichzeitigem UV-Schutz ist im Sommer also gesorgt.

Im Gegensatz zu normaler Wolle darf sie in die Waschmaschine, wobei die Anweisungen auf der Etikette unbedingt zu beachten sind. Die Pflege der Merinowolle ist unkompliziert, die Beanspruchung aber höher als bei Kunstfasern. Bei intensivem Gebrauch kann es mittelfristig an Druckstelle (beispielsweise Rucksack) zu Schäden kommen.

Das SS VIVA Trikot von ICEBREAKER

Kunstfasern sind deutlich leichter

Diese bieten trotz Vormarsch der Merinowolle auch weiterhin Vorteile. Sie ist deutlich leichter, atmungsaktiv und trocknet schneller. Dafür muss das Trikot oder Unterleibchen am  Abend nach der Tour zwingend in den Wäschekorb. Denn selbst der Einsatz von Silberionen kann der Geruchsbildung nur sehr beschränkt entgegenwirken.

Und die Ökologie?

Wolle ist natürlich und wächst auf dem Rücken der Schafe nach. Allerdings stand die Produktion wiederholt in der Kritik. Dies, weil zur Vermeidung von Parasitenbefall in Australien das sogenannte Mulesing zur Anwendung kam. Bei dieser Methode wird die Haut um den Schwanz ohne vorgängige Betäubung entfernt. Icebreaker, die Merino-Marke im Veloplus-Sortiment garantiert, dass ihre Produkte Mulesing-frei sind. Zudem enthält jedes Bekleidungsstück auf der Etikette einen Code, mit dem du überprüfen kannst, auf welcher neuseeländischen Farm das Schaf lebt.

Von Unterwäsche über Trikot bis zum Hoody findest du auf unserem Shop zahlreiche Icebreaker-Produkte.

Bist du schon in Wolle gefahren? Und in welchem Material nimmst du die Sommersaison in Angriff?

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 2. April 2012 um 09:27 und abgelegt unter News, Veloplus Tipp. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Ein Kommentar über “Velobekleidung: Wolle oder Synthetik?”

  1. Kuno schrieb:

    Die einen schwören auf Merinowolle. Ich habe es auf meiner letzten Fernradler-Tour ausprobiert und bin wieder davon abgekommen, weil mir das Traggefühl und das Temperatur-Mikroklima auf der Haut nicht zugesagt haben. Kunstfaser hingegen stinkt sofort und bietet zuwenig Windchutz. Deshalb verwende ich wie eh und je die guten, alten Baumwoll T-shirts, entgegen sämtlicher Expertenmeinungen! 🙂

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