Hilfe bei der Trail-Wahl

Donnerstag 4. August 2011

Author: Michael by Veloplus

Social Media Verantwortlicher und Redaktor bei Veloplus.

Entspricht die Strecke meinen Fähigkeiten oder ist sie zu anspruchsvoll? Beim Skifahren lässt sich diese Frage in den meisten Fällen einfach klären. Die Einordnung in blaue (leicht), rote (mittel) und schwarze (schwer) Pisten ist weit verbeitet. Weniger klar geregelt sind die Anforderungen bei Singletrails. So ist die MTB-Tour ausserhalb der eigenen Wohnumgebung oft eine Wundertüte, die zu einfach aber auch zu schwer sein kann.

 

 

Langsam aber kontinuierlich verbreitet sich seit einigen Jahren ein simples System, das bei der Trail-Wahl sehr nützlich ist: die Singletrail-Skala (STS). Analog zum Skipisten-Modell ist die von drei Deutschen Mountainbiker entwickelte Skala in drei farblich unterschiedliche Schwierigkeitsklassen(leicht, mittel, schwer) unterteilt. Ausgegangen wird dabei von einem durchschnittlichen Biker mit technisch aktuellem Mountainbike.

Die Schwierigkeitsklassen wiederum sind in S-Grade von S0 („locker fahrbar“) bis S5 („unfahrbar“) abgestuft. „Leicht“ umfasst S0 und S1, S2 gehört zu „Mittel“ und alles darüber (S3-S5) fällt in die Kategorie „Schwer“. Die Einstufung beruht auf guten Rahmenbedingungen wie genügend Tageslicht und trockenen Verhältnissen.

 Von dem individuellen Können des Fahrers abhängige Faktoren wie Gefahrengrad des Trails oder Fahrgeschwindigkeit sind NICHT berücksichtigt. Wichtig: Für die meisten Hobby-Biker sind in erster Linie  S0 bis und mit S2 interessant. Die darüberliegenden Grade erfordern eine sehr gute bis ausgezeichnete Fahrtechnik.

So sind die Schwierigkeitsgrade definiert:

S0: Singletrails ohne besondere Schwierigkeitsgrade. Das Gefälle auf den Wald- und Wiesenwegen ist leicht, die Kurven breit. Besondere Fahrtechniken sind nicht notwendig.

S1:Kleine Wurzeln und/oder Steine liegen auf dem Weg, das Gefälle beträgt maximal 40 Prozent. In einigen Passagen kann der Untergrund locker sein. Fahrtechnische Grundkenntnisse und eine aufmerksame Fahrweise sind notwendig.

S2: Grössere Wurzeln und Steine säumen die Wege, der Boden ist oft locker. Neben engen Kurven muss mit flachen Treppen gerechnet werden. Ständige Körperspannung, genaues Bremsen und Gewichtsverlagerung sind unabdingbar.

S3: Felsbrocken und/oder Wurzelpassagen und anspruchsvolle Kurven dominieren S-3 Trails. Entsprechende Strecken zu befahren, erfordert eine sehr gute Beherrschung des Bikes.

S4: Als S4 klassifizierte Singletrails sind steil und führen über felsige und/oder wurzelige Wege. Loses Geröll, Steilrampen, enge Spitzkehren und Stufen erfordern sehr gute Technik. S4-Singletrails werden nur für sehr erfahrene und gute Biker empfohlen.

S5: Felsiges Gelände, Gegenanstiege und Geröllfelder: S5-Singletrails sind nur für absolute Bike-Beherrscher zu bewältigen. Aufgrund der Steilheit und dem lockeren Untergrund der Trails ist selbst das Tragen des Bikes nicht ungefährlich.

Tipp: 1156 mit S-Graden klassifizierte Touren

Übrigens: GPS-Tracks.com, ein Portal, das die GPS-Daten für aktuell 1156 MTB-Touren in der Schweiz anbietet, setzt bei der Klassifizierung auf die S-Grade. Eine zeit- und möglicherweise nervensparende Chance für dich. Wirf vor der Tour einfach einen Blick auf den S-Grad und du weisst auch bei dir noch nicht vertrauten Strecken, ob sie deinen MTB-Fähigkeiten entsprechen.

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 4. August 2011 um 09:39 und abgelegt unter News, Veloplus Tipp. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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