Zecken – Echte Gefahr für Velofahrer?

Montag 2. Mai 2011

Author: Michael by Veloplus

Social Media Verantwortlicher und Redaktor bei Veloplus.

„Zecken wegen wärmerem Klima noch gefährlicher“. So titelte die Gratiszeitung „20 Minuten“ vor zwei Wochen. Berichte über die bevohrstehende Zeckenzeit gehören fest zum medialen Jahreskalender. Und genauso konstant wird dabei eine immer grössere Gefahr suggeriert. Die kleinen Spinnentiere sind natürlich auch für Velofahrer und Biker im besonderen ein Thema. Deshalb haben wir einige Fakten zur Thematik zusammengetragen.

 

Die Frühsommer-Meningoenzephalitits (FSME) ist die gefährlichste durch Zecken übertragene Krankheit. Sie beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und kann im schlimmsten Fall zur Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten führen. Zecken, die das Virus in sich tragen, kommen in fast allen Kantonen des Mittellandes vor. Nach einem Anstieg in den Jahren 2000 – 2006 von 100 auf gut 250 Krankheitsfälle schweizweit, ist die FSME jetzt allerdings rückläufig. 2010 wurden „nur“ 95 Fälle gemeldet.  Nachhaltigen Schutz bietet eine auf 3 Spritzen verteilte Impfung.

Im öffentlichen Fokus steht „Die Invasion der Risiko-Zecken“ (Titel Die Südostschweiz) aber wegen der Borreliose. Im Gegensatz zu FSME gibt es keine Impfung und bei Nichtbehandlung sind schwere oder irreparable Schäden, beispielsweise im Nervensystem, nicht auszuschliessen. Bis die Bakterien auf den Menschen übertragen werden, dauert es mehrere Stunden. Eine schnelle Entfernung der Zecke senkt also das Ansteckungsrisiko stark. Damit es gar nicht so weit kommt, hier einige Tipps:

  • Zecken leben vorrangig im Wald und dort im Unterholz. Zwei Umfelder, in denen du dich bei der Fahrt über Singletrails regelmässig bewegst. Empfohlen werden deshalb lange Hosen.
  • Der Wald ist nicht das einzige Lebensgebiet von Zecken. Sie kommen auch in hohen Gras vor und, getragen von Vögeln oder anderen Tier, im Garten oder auf Kieswegen.
  • Die Spinnentiere mögen die Sonne nicht. Mach deine Trinkpausen deshalb im Zweifel lieber in einer sonnigen Waldlichtung als im Schatten.
  • Such deinen Körper nach der Tour auf Zecken ab. Falls du eine findest, entferne sie und beobachte die Bissstelle.
  • Informationen zu Krankheitssymptomen und weiteres Wissenswertes  findest du auf der Website des Bundesamtes für Gesundheit.

Eine nicht repräsentative Umfrage von uns bei velofahrenden Freunden und Bekannten hat ergeben, dass bisher kaum jemand von einer Zecke gebissen wurde. Trotz Touren in den Risikogebieten. Hast du Erfahrungen mit Zecken? Und wie schätzt du die Gefahr ein?

 

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 2. Mai 2011 um 09:11 und abgelegt unter Allgemein, News. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

5 Kommentare über “Zecken – Echte Gefahr für Velofahrer?”

  1. Marco schrieb:

    Das Risiko ist nicht zu unterschätzen aber Panikmache ist auch nicht angebracht. Hatte mir letztes Jahr 2 Zecken eingesammelt, eine hatte auch gebissen. Bin aber geimpft.

  2. Toby schrieb:

    @Marco: Lies besser mal den Artikel, bevor Du postest. Denn gegen Borreliose bist Du ganz sicher nicht geimpft.

    Ein Zeckenstich (nicht Biss) ist nur dann nicht schlimm, wenn man 1) den Stich entdeckt und die Zecke innerhalb von 6h entfernt, 2) die Stichstelle danach längere Zeit kontrolliert und bei Symptomen sofort den Arzt aufsucht und 3) gegen FSME geimpft ist.

  3. Peter schrieb:

    Ich hatte bisher einen Zeckenstich. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber schon gegen FSME geimpft und eine Borreliose-Infektion gab es zum Glück auch nicht. Auf kurze Hosen und Waldfahrten verzichte ich wegen den Zecken im Sommer auf keinen Fall. Am Abend schauen, ob eine zugebissen hat und der Fall ist für mich erledigt. Dass die Medien gerne dramatisieren, ist ja nichts Neues…

  4. Ruedi schrieb:

    Ich hatte schon öfter Zeckenbisse beim biken, in der Regel nach Fusspassagen im hohen Gras oder durch Sträucher und Büsche im Wald. Nach solchen Touren ist es empfehlenswert, sich nach dem Duschen gegenseitig auf Zecken zu untersuchen. Gerne hocken sie im Bereich der Sockenränder. Dann die Zecke sorgfältig und vollständig entfernen und die Bissstelle beobachten. Bei Touren ohne Fusspassagen und auf mehr oder weniger oft befahrenen oder begangenen Wegen hatte ich noch nie einen Zeckenbiss.

  5. Andi schrieb:

    Vor genau zwei Jahren hatte ich einen – zuerst nicht bemerkten – Zeckenbiss. Die rote Stelle ignorierte ich dann eine Weile lang, da ich dachte, ich bin ja geimpft (gegen FSME). Immer mal wieder fühlte ich mich abends müde und schlaff. Auf das Drängen meiner Frau hin ging ich zu einem Spezialisten, der eine Borreliose diagnostizierte. Eine Antibiotikakur mit Pillen folgte. Im Sommer ging es mir wieder gut. Den Stich holte ich mir ziemlich sicher im Garten und nicht auf den Biketrails. Beim Biken besteht ja eigentlich nur Gefahr, wenn hohes Gras auf beiden Seiten des Trails die Beine streifen. Ich kenne Leute, die haben sich beim Sitzen auf einer Bank geholt. Hohe Gräser unter der Bank kamen in Kontakt mit den Socken!

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